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China will Vorbild sein : Wuhan Wunderland

Der Vorhang zieht sich zu: China könnte sich nach Virusausbruch und Verbalattacken außenpolitisch weiter isolieren. Bild: Reuters

In Wuhan und China tun sie so, als sei das Virus nie wirklich da gewesen. Und wenn doch, dann hat die Volksrepublik die Aufgabe mit Bravour bestanden. Die Propagandamaschine läuft, das Ausland soll beeindruckt werden. Denn: Gefürchtet wird die politische Isolation.

          7 Min.

          In Wuhan läuft die Propagandamaschinerie bereits auf Hochtouren, da soll auch noch Angela Merkel helfen, Chinas ramponiertes Ansehen in der Welt zu reparieren: Ein Knopfdruck, und im Wuhaner Tongji-Krankenhaus strahlt die deutsche Kanzlerin vom Bildschirm, den der Parteisekretär in der riesigen Empfangshalle hat aufbauen lassen. Als Merkel vor einem Jahr in China gewesen sei, ruft der Kader der Presse zu, habe sie genau an dieser Stelle der Klinik „Exzellenz“ bescheinigt – vier Monate, bevor in Wuhan das Coronavirus ausbrach. Noch Fragen?

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Den Krieg gegen das Virus habe China gewonnen, jubelt der Kader. An vorderster Front stand dabei sein Krankenhaus. 3539 Viruspatienten wurden seit Januar aufgenommen, die härtesten Fälle der Stadt. 3209 durften bis Ende April wieder gehen, gesund. Die übrigen 330 Menschen starben oder sind noch in Behandlung. Die medizinische Ausstattung, preisen die Ärzte im Tongji-Hospital, sei selbst Deutschlands Klinken überlegen. Wichtiger aber noch war die Nächstenliebe von Chinas Führung, deren Leitspruch der Parteisekretär an die Wand hat hämmern lassen: „Das Leben der Menschen ist unsere Priorität.“

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