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Kommentar : Der Meinungswandel von BASF

Eine Ölleitung von Wintershall. Bild: Wintershall/dpa

Der Chemiekonzern BASF formt einen neuen Energiekonzern. Dabei hat er jahrelang etwas anderes erzählt. Das ist ein Problem.

          Der Chemiekonzern BASF verabschiedet sich nach vielen Jahren von seiner Öl- und Gasförderung. Nicht anders ist die beabsichtigte Zusammenführung der Tochtergesellschaft Wintershall mit Dea und der avisierte Börsengang des neuen Unternehmens zu verstehen. Nun gibt es gute Argumente für eine Trennung. Das zeigt schon die Tatsache, dass BASF im Reigen der Chemiegiganten der einzige ist, dessen Geschäfte noch vom Bohrloch bis zu Spezialchemikalien reichen.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Ludwigshafen.

          Allerdings hat BASF bis zuletzt Investoren und Mitarbeitern das Gegenteil erzählt: Das Ölgeschäft dämpfe die Schwankungen der Chemiesparten und liefere in Zeiten hoher Ölpreise ordentliche Gewinne ab. Diese Argumente zählen nun nicht mehr, stattdessen stellt sich der Konzern als reinrassiger Chemieanbieter auf. Zudem fährt BASF das Russland-Risiko zurück. Die hochgelobten Geschäftsbeziehungen zu Gasprom und der Nord-Stream-Betreibergesellschaft werden ebenfalls „ausgelagert“.

          BASF

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          All das kann man vertreten, dennoch bleibt es ein Bruch, und nicht der einzige: Jahrelang hieß es, Pflanzenchemie sei ohne Saatgutgeschäft erfolgreich, und doch kaufte BASF kürzlich das Saatgutgeschäft von Bayer. Sowohl den Ausstieg aus dem Öl als auch den Einstieg ins Saatgutgeschäft kann man vertreten. All das passiert aber auf Kosten der Glaubwürdigkeit. Diese Entwicklung ist neu, und sie ist nicht gut.

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