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Waldsterben : Auf dem Holzweg

  • -Aktualisiert am

Ein Foto von Ende August 2019 aus dem Nationalpark Harz Bild: dpa

Die Lage des deutschen Waldes ist nicht annähernd so dramatisch, wie es das Schlagwort „Waldsterben 2.0“ suggeriert. Auch ist es keineswegs so, dass die Waldeigentümer in den vergangenen Jahren untätig waren.

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          Dem deutschen Wald geht es nicht gut – wieder einmal. In den achtziger Jahren war es der saure Regen, der den Bäumen zusetzte. In den beiden Jahrzehnten darauf wüteten etliche Orkane über Deutschland, Vivian, Wiebke, Lothar, Kyrill, um nur die prominentesten zu nennen. Nun macht der zweite trockene Sommer in Folge dem Wald zu schaffen. Vor allem die hierzulande häufigste Baumart, die Fichte, leidet, kann sie mit Trockenheit doch besonders schlecht umgehen. Während sich oben die Baumkronen lichten, knistert es unten im Geäst. Für Borkenkäfer sind es paradiesische Zeiten. Ohne genügend Wasser bilden die Bäume kein Harz, ohne Harz haben Schädlinge leichtes Spiel. Mehr als 100.000 Hektar Wald hat es auf diese Weise schon dahingerafft.

          Das entspricht zwar nicht einmal einem Prozent der gesamten Waldfläche Deutschlands, doch es reicht, um den bei politischen Großwetterlagen üblichen Überbietungswettbewerb in Gang zu setzen. Die Landesforstminister von CDU und CSU fordern 800 Millionen Euro Soforthilfe von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die Grünen einen mit einer Milliarde Euro gefüllten „Waldzukunftsfonds“. Die höchste Zahl hat bislang der Verband der Waldeigentümer aufgerufen, der sowohl private als auch kommunale Waldeigentümer vertritt. 2,3 Milliarden Euro hätte er gern, um das tote Holz aus dem Wald zu schaffen und die kahlen Flächen aufzuforsten. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, sagt der Volksmund. Die Begehrlichkeiten schon.

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