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: Wal-Mart streitet mit Gewerkschaften

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lid. NEW YORK, 11. Februar. Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart Stores Inc., Bentonville (Arkansas), hat seine harte Linie gegen Gewerkschaften mit einem symbolträchtigen Schritt fortgesetzt: Das Unternehmen will ein Geschäft im ...

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          lid. NEW YORK, 11. Februar. Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart Stores Inc., Bentonville (Arkansas), hat seine harte Linie gegen Gewerkschaften mit einem symbolträchtigen Schritt fortgesetzt: Das Unternehmen will ein Geschäft im kanadischen Bundesstaat Quebec nach einem Streit mit gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern schließen. Die Mitarbeiter hatten versucht, als erste gewerkschaftlich organisierte Gruppe einen Haustarifvertrag mit Wal-Mart abzuschließen. Wal-Mart sagte, das Geschäft würde geschlossen, weil es defizitär sei. Die Forderungen der Gewerkschaft würden es nach Angaben eines Sprechers unmöglich machen, die Gewinnzone zu erreichen.

          Wal-Mart ist für seine gewerkschaftsfeindliche Haltung berüchtigt. Wiederholt hat das Unternehmen in der Vergangenheit Versuche von Mitarbeitern, sich gewerkschaftlich zu organisieren, vereitelt. Den Gewerkschaften ist Wal-Mart ein Dorn im Auge, weil dem Unternehmen der Ruf vorauseilt, seine Mitarbeiter schlecht zu behandeln. So wird Wal-Mart immer wieder vorgeworfen, seine Angestellten mit Niedrigstlöhnen und zu langen Arbeitszeiten auszubeuten und frauenfeindlich zu sein. Mit seiner drastischen Entscheidung in Quebec wollte Wal-Mart womöglich ein Zeichen für andere Geschäfte setzen: Die kanadische Nahrungsmittelgewerkschaft führt derzeit großangelegte Kampagnen, um die Mitarbeiter zu organisieren, die unnachgiebige Haltung in Quebec wird vielleicht eine abschreckende Wirkung haben.

          Der Eklat in Kanada kommt zu einer Zeit, in der Wal-Mart gerade mit einer Charmeoffensive für Sympathien wirbt. Das Unternehmen ist im Zuge seiner rasanten Expansion in den vergangenen Jahren zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Neben dem zweifelhaften Ruf im Umgang mit seinen Mitarbeitern wurde Wal-Mart vor allem vorgeworfen, kleinere Einzelhändler zu ruinieren. Bei der Aktionärsversammlung im vergangenen Jahr kündigte Vorstandschef Lee Scott an, das vormals sehr verschwiegene Unternehmen werde aktiver mit der Öffentlichkeit kommunizieren, um Vorurteilen zu begegnen. In der Tat hat das Unternehmen seither viele Schritte an die Öffentlichkeit gemacht: Wal-Mart schaltete große Anzeigen in Zeitungen und antwortete darin auf Vorwürfe, und Lee Scott gibt verstärkt Interviews.

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