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Wahlprognosen in Amerika : Schlechte Karten für die Demokraten

Laut dem Ökonomieprofessor Ray Fair sieht es gut für Donald Trump aus: Zur Wiederwahl könnte ihm die momentan stabile wirtschaftliche Lage verhelfen. Bild: AFP

Amerikaner halten traditionell an ihren Präsidenten fest. Besonders dann, wenn die Wirtschaft gut läuft. Ein Faktor könnte bei den Wahlen Ende des Jahres allerdings alles ändern.

          6 Min.

          Wenn die Vergangenheit ein Maßstab ist, hat Präsident Donald Trump beste Aussichten, im kommenden Jahr wiedergewählt zu werden. Die triviale Begründung lautet, dass Amerikaner selten regierende Präsidenten nach der ersten Amtsperiode heimschicken. Sie geben ihnen in der Regel noch eine zweite Chance. Acht von elf Präsidenten nach dem Zweiten Weltkrieg durften nach den ersten vier Jahren weiterregieren.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die drei Verlierer heißen Gerald Ford, Jimmy Carter und George H. W. Bush. Sie hatten gemeinsam, dass die Konjunktur in ihrer Regierungszeit schlecht lief. Ford regierte über die berüchtigte Stagflation, in der sich die Wirtschaft nicht von der Stelle bewegte, während die Preise in die Höhe schossen. Jimmy Carter musste mit den Folgen des Volcker-Schocks leben, benannt nach dem jüngst verstorbenen Zentralbank-Chef Paul Volcker. Dieser große Mann setzte mit zweistelligen Leitzinsen dem Galopp der Inflation ein Ende – um den Preis eines Wirtschaftseinbruchs allerdings. George H.W. Bush schließlich verprellte die Wähler mit einer Rezession zu Beginn der neunziger Jahre inklusive Sparkassen-Krise. Zudem witterten Konservative Verrat an der Reagan-Revolution, als Bush Steuererhöhungen zustimmte. Unterm Strich stehen drei Wirtschaftskrisen und drei Karriereknicke. Das ist Futter für die These, dass die amerikanischen Wähler ihre Präsidenten nur dann nicht im Amt bestätigen, wenn diese über einer Rezession präsidiert haben. Dahinter steckt mehr als nur anekdotische Evidenz.

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