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Wahlkampf-Finanzierung : Wie kaufe ich mir einen Präsidenten?

Deutliche Hinweise sprechen inzwischen dafür, dass Bush die Millionen genauso gut in den Everglades, den Sümpfen Floridas, versenken hätte können. Denn der Spross der Präsidentenfamilie liegt in Umfragen inzwischen abgeschlagen hinten. Auch in diesem Zusammenhang höchst bemerkenswert agiert Donald Trump, der bisher in den meisten Umfragen führende republikanische Bewerber. Hinter ihm steht nämlich kein Super-PAC. Und er hat außer ein wenig Radiowerbung auch keine Wahlspots ausstrahlen lassen.

Hillary Clinton: Die frühere First Lady will Präsidentin der Demokraten werden.

Wieso sollte er Werbefläche kaufen, denkt Trump sich offenbar, wenn er auch so in die Schlagzeilen kommt. Ein Teil seiner Anziehungskraft beruht ja gerade darauf, dass er sich als nicht käuflich darstellen kann, weil er als Immobilienentwickler und Fernseh-Berühmtheit nach eigenen Angaben ein Milliardenvermögen verdient hat.

Drei Phasen im Wahlkampf

Was selbst bestens mit Geld ausstaffierte Kandidaten gelegentlich leidvoll lernen, ist, dass es unterschiedliche Anforderungen und Phasen im Wahlkampf gibt. In Phase eins müssen sie sich dem Wahlvolk überhaupt erst einmal bekannt machen. In Phase zwei müssen die Kandidaten dann zeigen, dass sie ihren potentiellen Wählern aus dem Herzen sprechen können und ein Anwalt ihrer Interessen und Besorgnisse sind. Und in der entscheidenden dritten Phase müssen sie schließlich vermitteln, dass sie die Statur haben, die größten Herausforderungen des Präsidentschaftsamts zu bewältigen.

Trump war schon vor seiner Kandidatur bekannt wie ein bunter Hund und zeigt jetzt, dass er wie kein Zweiter in der Riege der republikanischen Kandidaten die unbezahlbare Fähigkeit hat, Zugang zum Denken und Fühlen normaler Leute zu finden. Jeb Bush verdankt seine Bekanntheit der Zugehörigkeit zu einer der bekanntesten amerikanischen Politikerfamilien und den Wahlkampfmillionen. Es hat ihm nichts gebracht; er ist den Leuten bisher fremd geblieben.

Ein anderes lehrreiches Beispiel lieferte ein Mann namens Howard Dean, einst Gouverneur von Vermont und ein Liebling der Progressiven. Sein Team sammelte 2004 bei den Vorwahlen der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur mehr Geld ein als alle Konkurrenten. Dean unterlag trotzdem, nominiert wurde stattdessen John Kerry, der dann gegen Jeb Bushs älteren Bruder George verlor – und inzwischen Außenminister in der Regierung von Barack Obama ist.

Wer spenden möchte, hat es nicht leicht

Einer von Howard Deans damaligen Mitstreitern sagte im Gespräch mit dieser Zeitung: „Wir hatten schon jedem einzelnen Haushalt in New Hampshire eine Dean-Broschüre geschickt und überlegten, ob wir noch ein zweite schicken sollten, für den Fall, dass die Leute die erste übersehen hatten.“ Was der ehemalige Wahlkämpfer schildert, nennt sich in der Ökonomie das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen. Der Gewinn einer weiteren Broschüre wäre gering gewesen, er hätte sogar negativ werden können, weil zu viel Werbung nervt.

Aus der Perspektive der Geldgeber stellt sich ein zusätzliches Problem. Präsidentenwahlen sind ein „The winner takes it all“-Spiel. Die Spender müssen einkalkulieren, dass sich ihr Geld gewissermaßen in Luft auflöst, wenn sie auf den falschen Kandidaten setzen.

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