https://www.faz.net/-gqe-ag57f

Bundestagswahl : Es ist nicht egal

Der Roboter hilft: Blick ins Kölner Ford Motorenwerk Bild: obs

Deutschland benötigt keine romantisierende Erörterung des Nutzens von Lastenfahrrädern. Das Land braucht eine Debatte darüber, wie sich die Innovationskraft seiner Wirtschaft steigern lässt.

          3 Min.

          Die inhaltliche Armut des allmählich zu Ende gehenden Wahlkampfs darf nicht zu der irrigen Ansicht führen, es sei für das Schicksal dieses Landes gleichgültig, wer künftig die Bundesregierung bildet. Es ist nicht egal. Das gilt im Besonderen für die Wirtschaftspolitik. Die Bundesrepublik bedarf dringend einer marktwirtschaftlichen Erneuerung, wie man sie etwa in dem fast auf den Tag genau vor 39 Jahren veröffentlichten „Lambsdorff-Papier“ beschrieben findet, mit dem der damalige liberale Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff das Ende der sozialliberalen Koalition einläutete. Heute fürchten weite Teile der politischen Elite, eine alternde, zunehmend risikoscheue und auf Bewahrung des Vorhandenen ausgerichtete Bevölkerung mit Gedanken an einen unausweichlichen Wandel zu konfrontieren. Das könnte ja die Wähler verschrecken.

          Aber für fast alle bevorstehenden Herausforderungen – die Sicherung des Wohlstands, die Finanzierung der Klimapolitik, die Nutzung der Möglichkeiten der digitalen Revolution und die Gewährleistung der sozialen Sicherung inmitten eines demographischen Wandels – bedarf Deutschland einer leistungsfähigen und im internationalen Wettbewerb erfolgreichen Wirtschaft. Deutschland benötigt keine romantisierende Erörterung des Nutzens von Lastenfahrrädern, sondern eine Debatte über die Frage, mit welchen Rahmenbedingungen sich die Innovationskraft seiner Wirtschaft steigern lässt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wer traut sich schon, vor Autos herzuradeln? Das ist in dieser Straße in Frankfurt aber so gedacht, Fahrräder und Autos teilen sich die Spur und Autos dürfen Räder nicht überholen. Was Verkehrsteilnehmer hier für einen Radweg halten, ist die „Dooring Zone“ des Parkstreifens.

          Psychologie der Straße : Warum die Verkehrswende scheitert

          Warum tun wir uns so schwer, den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen? An fehlenden Befunden der Verkehrswissenschaft liegt es jedenfalls nicht. Die Antworten liefern Psychologen.