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: Wälzlagerhersteller Timken ist wieder auf Kurs

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kön. HANNOVER, 12. April. Die Hersteller von Wälzlagern befinden sich derzeit in einer für die Zulieferindustrie vergleichsweise bequemen Position. Die Konkurrenz ist zwar hart, doch auf den Zusatzbelastungen aufgrund der kräftig ...

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          kön. HANNOVER, 12. April. Die Hersteller von Wälzlagern befinden sich derzeit in einer für die Zulieferindustrie vergleichsweise bequemen Position. Die Konkurrenz ist zwar hart, doch auf den Zusatzbelastungen aufgrund der kräftig gestiegenen Rohmaterialkosten müssen sie deshalb nicht sitzenbleiben. "Wir sind in einem wettbewerbsintensiven, aber auch sehr starken Markt", sagt James W. Griffith, Präsident und Chief Operating Officer (COO) des amerikanischen Wälzlagerherstellers Timken. Dadurch sei das börsennotierte Unternehmen aus Canton/Ohio in der Lage, die Preise zu erhöhen und so die Kostensteigerungen auf den Kunden weitgehend abzuwälzen.

          Das trifft zwar nicht in vollem Umfang auf die wichtigen Kunden der Automobilindustrie zu, aber doch für die meisten florierenden Bereiche industrieller Anwendungen, und zwar vor allem dort, wo Timken eine führende Position hält, so in der Luftfahrt, der Verkehrstechnik (Eisenbahnen) oder in der Schwerindustrie (Energieerzeugung, Stahlwerke). Timken ist mit 4,5 Milliarden Dollar und einem Marktanteil von schätzungsweise 11 Prozent der drittgrößte Hersteller von Wälzlagern hinter der schwedischen SKF und der deutschen Ina-

          Schaeffler/FAG Kugelfischer, die mit Anteilen um die 17 Prozent um die Weltspitze ringen.

          "Nummer drei zu sein, ist für uns ohne Bedeutung", sagt Griffith im Gespräch mit dieser Zeitung. "Unser Geschäft ist kein Spiel um Größe." Es komme vielmehr auf Angebote an, die auf die Kunden zugeschnitten seien und einen Mehrwert brächten. Die Konzentration des Angebots von Systemen, Produktpaketen und Dienstleistungen auf klar definierte Kundengruppen ist jüngeren Datums. "Wir haben in den vergangenen Jahren unser Unternehmen umgebaut und neu ausgerichtet", sagt Griffith.

          Das ist eine Folge der Probleme in der Branche Ende der neunziger Jahre, als der Weltmarkt durch Überkapazitäten gekennzeichnet war. Damals haben die Hersteller, ob aus Japan, Amerika oder aus Europa, zumeist standardisierte Massenware angeboten. Marktanteile wurden durch aggressive Preise erkauft, zu Lasten der Margen, was auch SKF und FAG spürten. Ebenso brachen die Gewinne bei Timken nach dem Spitzenwert von 2,70 Dollar je Aktie im Jahr 1997 ein. 2001 fiel sogar ein Verlust von 0,70 Dollar an.

          Der neue Weg von Timken ist durch eine Reihe von Zukäufen geprägt. "Akquisitionen sind ein Teil dieser Strategie", sagt Griffith, der aber auch auf starkes organisches Wachstum setzt. Höhepunkt ist der Anfang 2003 erfolgte Kauf des amerikanischen Unternehmens Torrington für 840 Millionen Dollar von Ingersoll-Rand gewesen. Mit dem Torrington-Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar wuchs Timken zur Nummer drei mit einem Jahresumsatz von damals 3,8 Milliarden Dollar.

          "Es werden nur Unternehmen erworben, die strategisch einwandfrei passen", ergänzt Finanzchef Glenn A. Eisenberg. Die Produktüberlappung mit Torrington habe bei 5 Prozent gelegen, die Kundenüberlappung hingegen bei 80 Prozent. Das erleichterte die Integration, die nur zwei statt der geplanten drei Jahre dauerte und 80 Millionen Dollar Einspareffekte jährlich gebracht hat. Das scheint ein Modell für weitere Unternehmenszukäufe zu sein, wobei Griffith und Eisenberg dieses Instrument wohl eher für die Expansion in Asien und Amerika als in Europa einsetzen wollen.

          Durch die Integration von Torrington sowie durch Kostensenkungen hat der Umsatz im vergangenen Jahr um 19 Prozent deutlich zugelegt. Der Nettogewinn stieg von 36,5 auf 135,7 Millionen Dollar, das Ergebnis je Aktie hat sich von 0,44 auf 1,49 Dollar mehr als verdreifacht. Für dieses Jahr hat das Unternehmen, an dem die Gründerfamilie Timken 13 Prozent sowie zwei Investmentfonds zusammen 17 Prozent halten, gerade erst die Gewinnprognose auf 2,05 bis 2,20 Dollar je Aktie deutlich nach oben korrigiert. Mittelfristiges Ziel ist es, den Spitzenwert von 2,70 Dollar zu übertreffen.

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