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Währungspolitik : Schäuble: Euro wird an Finanzmärkten überschätzt

  • Aktualisiert am

Wolfgang Schäuble und IWF-Chefin Christine Lagarde in Paris Bild: REUTERS

Zu stabil und überschätzt an den Finanzmärkten: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich offen wie selten zum aktuellen Eurokurs geäußert. Frankreich sieht das ebenso - zieht aber ganz andere Schlussfolgerungen.

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          Die europäische Gemeinschaftswährung wird nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble derzeit überbewertet. „Der Euro ist eine stabile Währung. Zu stabil, überschätzt an den Finanzmärkten“, sagte er am Freitag bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Die Zukunft der Eurozone“ in Paris. Gleichzeitig betonte Schäuble, dass eine aktive Wechselkurspolitik kein geeignetes Mittel sei, um die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten zu verbessern.

          Für eine gezielte Schwächung des Euro hatte sich zuletzt unter anderem Frankreich ausgesprochen. Das Land erhofft sich durch einen solchen Schritt eine Stärkung der Exportwirtschaft.

          Als aktuelle Probleme in Eurogruppe nannte Schäuble die unzureichende Verbindlichkeit von Entscheidungen in der EU und mangelnde Effizienz bei der Verwendung von EU-Fördermitteln in Ländern wie Italien. Dabei kritisierte er auch die aktuelle Niedrigzins-Politik der Zentralenbanken. Ein Übermaß an Liquidität berge das Risiko von neuen Spekulationsblasen, sagte Schäuble.

          IWF-Chefin Christine Lagarde nannte es eine gute Nachricht, dass sich Europa von der zurückliegenden Krise zu erholen scheine. Gleichzeitig warnte sie vor zu viel Optimismus. „Die Orientierung der Märkte ist sehr positiv, vielleicht zu positiv in Bezug auf die Fundamentaldaten“, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), die gemeinsam mit Schäuble an der Diskussionsveranstaltung der Robert-Schuman-Stiftung teilnahm.

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