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Währungsfonds-Chefin warnt : „Das Handelssystem ist in Gefahr, zerrissen zu werden“

  • Aktualisiert am

Christine Lagarde in Hongkong. Bild: EPA

Der Internationale Währungsfonds schlägt Alarm. Seine Chefin Christine Lagarde übt Kritik an Donald Trump und an China.

          Der Internationale Währungsfonds warnt eindringlich davor, dass die bestehende Weltwirtschaftsordnung zerbricht. „Das System der Regeln und geteilten Verantwortung ist jetzt in Gefahr, auseinander gerissen zu werden“, sagte IWF-Direktorin Christine Lagarde während einer Rede in Hongkong.

          Sie bezog sich damit auf jene viele Länder einbeziehende Welthandels-Ordnung, die nach ihren Worten Millionen Menschen aus der Armut geholfen habe. Sie sagte auch gleich, wer die Schuld trage, wenn es so käme. „Das wäre ein unentschuldbares kollektives Politikversagen.“

          „Geistiges Eigentum schützen“

          Lagarde Mahnung drückt dabei die offenkundig auch im IWF herrschende Sorge aus angesichts des Handelsstreits zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, den Vereinigten Staaten und China. Amerikas Präsident Donald Trump brachte unlängst neue Zölle auf Stahl und Aluminium auf den Weg und drohte gerade Peking weitere Maßnahmen an – Chinas Führung wiederum kündigte Vergeltung an, koste es, was es wolle.

          Sie riet den Regierungen, „alle Formen des Protektionismus“ zu vermeiden. „Die Geschichte hat gezeigt, dass Einfuhrbeschränkungen jeden treffen, besonders arme Konsumenten.“

          Zugleich mahnte sie mit Blick auf China aber auch an, geistiges Eigentum anderer zu schützen und die Erfindungen ausländischer Unternehmen zu respektieren. Jedes Land müsse seine Hausaufgaben erledigen und dazu gehörten auch „besserer Schutz für geistiges Eigentum“ und „geringere Politikverzerrungen zu Gunsten staatlicher Unternehmen“.

          Trump wirft China vor, Ideen amerikanischer Unternehmen zu klauen und zu kopieren. Die Klage halten Fachleute für berechtigt. Auch in Europa gibt es etwa Kritik daran, dass Unternehmen, die in China investieren wollen, mit chinesischen Firmen Gemeinschaftsunternehmen gründen müssen.

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