https://www.faz.net/-gqe-3oot

Währungen : Der lange Weg des Euro zurück zur Parität

  • Aktualisiert am

Der Euro hat am Montag zum ersten Mal seit Februar 2000 einen Kurs von eins zu eins zum Dollar erreicht. Eine Chronologie des Wechselkurses.

          3 Min.

          Der Euro hat am Montag zum ersten Mal seit Februar 2000 einen Kurs von eins zu eins zum Dollar erreicht. Die Gemeinschaftswährung ist schon seit Wochen im Aufwind, weil an den US-Aktienmärkten eine Vertrauenskrise wegen der Bilanzmanipulationen herrscht und die Anleger Zweifel an der Stärke der amerikanischen Wirtschaft haben. Nachfolgend eine Chronologie über wichtige Kursbewegungen des Euro seit seiner Einführung am 1. Januar 1999. Volkswirte sprechen von einem Paradigmenwechsel am Devisenmarkt: Der jahrelange Glaube an die Überlegenheit des Dollar ist erschüttert.

          15. Juli - Der Euro erreicht erstmals seit Februar 2000 die psychologisch wichtige Marke von einem Dollar. Der Euro notiert um 13.30 Uhr MESZ mit 1,0030 Dollar. Die Gemeinschaftswährung verzeichnet damit in diesem Jahr einen Kursgewinn gegenüber dem Dollar um mehr als zwölf Prozent.

          11. Juli - Die Finanzminister der Euro-Zone, EU-Währungskommissar Pedro Solbes und der Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, begrüßen in einer Mitteilung den Kursanstieg des Euro und erklären, dass ein starker Euro im Interesse der Euro-Zone stehe. Der Euro wird um 0,9880 Dollar gehandelt.

          28. Juni - Der Euro erreicht mit 0,9990 Dollar den höchsten Stand seit Februar 2000. Der US-Bürogeräteherstellers Xerox teilt mit, dass er eine Berichtigung seiner Umsatzzahlen der vergangenen fünf Jahre in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar erwarte.

          26. Juni - Der Euro erreicht mit 0,9944 Dollar den höchsten Stand seit Februar 2000. Auslöser ist das Eingeständnis des Telekommunikationskonzerns WorldCom von Fehlbuchungen über rund vier Milliarden Dollar. Erstmals seit Oktober 1999 klettert der Euro zum Pfund auf 65,20 Pence - die britische Währung kostet damit wieder drei Mark.

          20. Juni - Der Euro steigt erstmals seit Juni 2000 über 0,96 Dollar. Anlass ist das Rekorddefizit der US-Leistungsbilanz im ersten Quartal. Dies verstärkt die Sorge darüber, dass die Kapitalströme in die USA weiter nachlassen und der Dollar fällt.

          2. Januar 2002 - Die Gemeinschaftswährung von zwölf europäischen Ländern legt in einer euphorischen Stimmung an den Devisenmärkten über den erfolgreichen Euro-Bargeldumtausch ein Prozent zu Dollar, Pfund und Yen über 90 US-Cent zu.
          11. Dezember 2001 - Die US-Notenbank senkt ihren Leitzins zum elften Mal in diesem Jahr auf 1,75 Prozent, den tiefsten Stand seit 40 Jahren. Euro-Schlusskurs: 0,8926 Dollar.

          2. Dezember - Der US-Energiekonzern Enron meldet Insolvenz an, nachdem er Verluste in Milliardenhöhe durch zweifelhafte Bilanzierungspraktiken verschleiert hatte. Es ist die größte Pleite in der US-Firmengeschichte.

          8. November - Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt die letzte von vier Zinssenkungen auf 3,25 Prozent im Schlüsselzins vor. Euro-Schlusskurs: 0,8926 Dollar.

          17. September - Der Euro erreicht wegen der Schwäche der US-Aktienmärkte nach den Terroranschlägen in den USA den höchsten Stand seit sechs Monaten mit 0,9333 Dollar.

          11. September - Anschläge auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidungsministerium in Washington. Der Euro legt zwei Prozent auf 0,9169 Dollar zu.

          31. Juli - Der Euro fällt auf 0,8344 Dollar, nur noch gut einen Cent von seinem Rekordtief entfernt. Die Anleger kreiden der EZB an, die Zinsen nicht so beherzt zu senken wie die US-Notenbank, um den Konjunkturabschwung zu bremsen.

          3. Januar 2001 - Die US-Notenbank beginnt mit einer überraschenden Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 6,00 Prozent aggressive Zinssenkungen. Euro-Schlusskurs: 0,9281 Dollar.

          3., 6., 10. November - Die EZB interveniert am Devisenmarkt und kauft Euro auf, um den Kursrückgang aufzuhalten. Der Euro fängt sich bei 0,86 Dollar.

          26. Oktober - Der Euro fällt auf ein Rekordtief von 0,8225 Dollar - ein Verlust von 30 Prozent seit seinem Start.

          16. Oktober - EZB-Präsident Wim Duisenberg sagt, er hielte es nicht für sinnvoll, zu Gunsten des Euro zu intervenieren, wenn die Nahostkrise einen Kursrückgang auslösen sollte. Der Devisenmarkt legt das als sträfliche Missachtung des Wechselkurses aus, der Euro fällt auf 0,8455 Dollar.

          22. September - Die Notenbanken der sieben führenden Industrieländer intervenieren gemeinsam am Devisenmarkt, um den Euro nach seinem Rückgang auf 0,85 Dollar zu stützen.

          28. Juli 2000 - Ein Wirtschaftswachstum in den USA von 5,2 Prozent im zweiten Quartal bestärkt die Anleger in der Ansicht, dass die US-Wirtschaft stärker als die der Euro-Zone ist. Euro-Schlusskurs: 0,9230 Dollar.

          2. Dezember 1999 - EZB-Präsident Wim Duisenberg bekräftigt, der Euro habe starkes Aufwertungspotenzial. Der Euro fällt auf einen Kurs von eins zu eins zum Dollar.

          8. April - Die EZB ändert zum ersten Mal die Zinsen und und senkt sie um 50 Basispunkte auf 2,50 Prozent im Schlüsselzins. Euro-Schlusskurs: 1,0798 Dollar.

          11. März - Der überraschende Rücktritt des deutschen Finanzminister Oskar Lafontaine verschafft dem Euro eine Atempause, er erholt sich um zwei Cent auf 1,10 Dollar.

          4. Januar - Die Gemeinschaftswährung wird in Sydney erstmals gehandelt. Ein Euro kostet 1,1747 Dollar. Bis Ende Februar verliert der Euro sieben US-Cent auf Kurse um 1,10 Dollar.

          1. Januar 1999 - Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben.

          Weitere Themen

          VW bietet Kunden erstmals Entschädigung an Video-Seite öffnen

          Dieselskandal : VW bietet Kunden erstmals Entschädigung an

          Viereinhalb Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals bietet Volkswagen hunderttausenden Kunden in Deutschland erstmals eine Entschädigung an. Verhandlungen für einen Vergleich mit der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) scheiterten indes.

          Topmeldungen

          Je mehr Privatpatienten in einem Gebiet, desto mehr Ärzte lassen sich dort nieder. Aber liegt das am Geld oder am sozialen Umfeld?

          Gesundheitswesen : Abschaffung der Privatkassen soll Milliarden sparen

          Der Beitrag für jeden gesetzlich Versicherten könnte um 145 Euro im Jahr sinken, wenn die Privatkassen abgeschafft würden. Das behauptet eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Beamte, Ärzte und Wissenschaftler halten die Berechnungen für hanebüchen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.