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Wachstumsprognose gesenkt : IWF kritisiert mangelnde Anstrengungen Athens

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Der IWF ist überzeugt, dass das Wachstum des griechischen BIP „für einen längeren Zeitraum“ unter dem Durchschnitt der Zeit vor der Krise verharren wird Bild: DPA

Der Internationale Währungsfonds glaubt, dass Griechenland in einer schlimmeren Rezession steckt, als Athen zugibt. Der Institution zufolge ist daran vor allem die griechische Regierung schuld.

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          Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) fällt die Rezession in Griechenland schlimmer aus, als von der Regierung eingestanden. In einem vor Kurzem veröffentlichten Länderbericht erwartet der IWF, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 6 Prozent fällt. Die Regierung geht hingegen von 5,5 Prozent aus.

          „Verlangsamte Geschwindigkeit bei strukturellen Reformen“

          „Die Wirtschaft entwickelt sich schwächer als erwartet. Das Investorenvertrauen hat sich aufgrund der Turbulenzen in Europa und der Unsicherheit über die Beteiligung des privaten Sektors in der Schuldenkrise nicht verbessert“, schreibt der IWF. Als Hauptursache für die stark abfallende Wirtschaftskraft hat der IWF aber den mangelnden Willen der Regierung ausgemacht. „Der entscheidende Faktor ist die verlangsamte Geschwindigkeit bei strukturellen Reformen.“

          Damit die Wirtschaft wieder wächst, empfiehlt der Währungsfonds, unwirtschaftliche Staatsbetriebe zu schließen, den öffentlichen Sektor zu verschlanken, Renten und Beamtengehälter zu kürzen sowie die Staatsausgaben strenger zu kontrollieren. Athen müsse außerdem entschlossen gegen die grassierende Steuerhinterziehung angehen.

          Budgetdefizit von 9 Prozent des BIP

          Für das kommende Jahr prognostizierte der IWF eine verlangsamte, aber anhaltende Rezession mit einem Rückgang des BIP zwischen 2,75 und 3 Prozent, ein Aufwärtstrend sei nicht zu sehen. „Das Wachstum dürfte für einen längeren Zeitraum unter dem Durchschnitt der Zeit vor der Krise verharren.“ Aufgrund der für die Steuereinnahmen verheerenden Rezession erwartet der IWF für 2011 ein Budgetdefizit von 9 Prozent des BIP und damit einen leicht höheren Fehlbetrag als die Regierung.

          Am Dienstag waren die Gespräche zwischen Griechenland und privaten Gläubigern über die Details eines Anleihentausches ohne Einigung zu Ende gegangen. „Wir haben Fortschritte erzielt, aber es gibt noch eine ganze Reihe offener Punkte“, sagte der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbands (IIF), Charles Dallara. Aus Bankenkreisen verlautete, dass die griechische Regierung einen neuen Vorschlag der privaten Gläubiger erhalten habe und diesen nun prüfen werde. Die Banken hatten sich vor einigen Wochen im Zuge des Rettungsplans für Griechenland bereit erklärt, über einen Anleihentausch auf 50 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten. Wichtige Bedingungen des Schuldenschnitts müssen aber noch ausgehandelt werden.

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