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Wachstumskrise in Indien : Ein Land ist in Protestlaune

In Indien geht es längst um viel mehr als nur Privatisierungen. Dass das Land gespalten ist, wird auch durch die Protestteilnehmer deutlich: Inzwischen gehen selbst Studenten auf die Straße, wie hier in Mumbai. Bild: EPA

Neben Gewerkschaften gehen inzwischen selbst Studenten und Bollywood-Stars auf die Straße – es scheint, als wäre das gesamte Land in Proteststimmung. Fachleute fürchten nun sogar globale Risiken.

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          Die großen Gewerkschaften Indiens haben in den vergangenen Tagen einen Generalstreik auf die Beine gestellt, bei dem mehrere hundert Millionen Arbeiter und Angestellte gegen den Verkauf von Staatsunternehmen und für höhere Löhne auf die Straße gegangen sind. Sie fürchten vor allem, dass Teilprivatisierungen, etwa der Fluggesellschaft Air India, massenhaft Arbeitsplätze gefährden könnten. Zum Teil lag das öffentliche Leben lahm, Bahnen standen still, auch Banken blieben geschlossen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Was sich für europäische Verhältnisse nach riesigen Streik-Dimensionen anhört, ist für Indien nicht unbedingt ungewöhnlich. Mittlerweile ist der Großausstand auch wieder beendet. Wirklich bedenklich ist allerdings: Auch Studenten und erste Filmstars Bollywoods protestieren in diesen Tagen immer wieder gegen die von den Hindu-Nationalisten geprägte Überarbeitung der Bürgerrechte, die auf Kosten der Muslime im Land geht.

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