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Neues VW-Werk in der Türkei : Es geht um mehr als eine Autofabrik

  • -Aktualisiert am

In Manisa: Wo heute Tomaten trocknen, könnten bald auch Autos entstehen. Bild: Getty

In der Nähe von Izmir soll ein neues Werk von Volkswagen entstehen. In der Türkei ist alles vorbereitet. Die Politik allerdings blockiert das Projekt – noch.

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          Die Straße ist perfekt geteert, die Bordsteinkante gelb abgehoben, doch sie endet im Nichts. Ein Lkw-Fahrer nutzt sie als Parkplatz. Braune Erde, büschelweise grünes Gras, drei Hunde tollen bellend herum. Hinter ihnen ein mannshoher Maschendrahtzaun, Buschwerk, ein paar Sträucher und Bäume, eine Hochspannungsleitung quert die Brache, in der Ferne weiß getünchte Häuser. Von etwaigen Bauaktivitäten kündet allenfalls entfernt das einsame Reklameschild eines lokalen Bau- und Abrissunternehmers.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Hier, in Manisa, eine knappe Autostunde östlich der Millionenmetropole Izmir an der Ägäis-Küste, soll Volkswagen (VW) sein neues Werk bauen, geht es nach den Türken. Die Geschäftsführung würde wohl auch anderthalb Milliarden Euro in ein neues Autowerk stecken. Doch noch steht die deutsche Politik auf der Bremse. Weil die Türkei ins Nachbarland Syrien einmarschiert ist, um dort eine Schutzzone zu errichten, ziert sich der Aufsichtsrat, seine Zustimmung zu dem Megaprojekt zu geben. Dort spielt der Sozialdemokrat Stephan Weil als Ministerpräsident von Niedersachsen eine wichtige Rolle. Weil sich die Kämpfe in Syrien zuletzt wieder intensivierten, die Zahl der Toten und Verletzten dreistellig wurde, dürfte es ein Baubeschluss in Wolfsburg kaum bis auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung Ende Februar schaffen. In Wolfsburg heißt es dazu nur, die Lage sei „unverändert“.

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