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Carsten Germis (cag.)

Volkswagen-Ära : Versüßter Abschied von Bernd Osterloh

  • -Aktualisiert am

Auto-Größen: VW-Chef Herbert Diess (r.) und Bernd Osterloh Bild: EPA

Kann man sich VW überhaupt ohne seinen einflussreichen Betriebsratschef Bernd und die immer wieder auf offener Bühne ausgetragenen Konflikte mit Herbert Diess vorstellen?

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          Kann man sich das überhaupt vorstellen? Volkswagen ohne seinen einflussreichen Betriebsratschef Bernd Osterloh, ohne die immer wieder auf offener Bühne ausgetragenen Konflikte mit VW-Chef Herbert Diess?

          Wenn Osterloh wirklich bald als Personalvorstand zum Volkswagen-Tochterunternehmen Traton wechselt, würde damit eine Ära enden. Sicher, das Bild von Osterloh als einflussreichstem Arbeitnehmervertreter der Republik enthält auch viel Selbststilisierung.

          Doch kein Betriebsratschef dürfte die Geschicke eines Unternehmens so stark mitbestimmt haben, wie es Osterloh in den letzten 15 Jahren bei VW getan hat. Selbst VW-Chef Diess, der sich mit dem Betriebsratschef manchen Kampf bis aufs Messer lieferte, bescheinigt Osterloh eine strategische Weitsicht, wie sie nicht viele haben. Sogar sein Rückzug zeugt davon.

          Osterloh wird im Herbst 65, da ist es an der Zeit, die Nachfolge zu bestellen. Dass er sich jetzt zurückzieht, hilft der IG Metall, vor der nächsten Betriebsratswahl 2022 die Verantwortung an die nächste Generation und ihr die Chance zur eigenen Profilierung zu geben. Und dass der Rückzug mit einem üppigen Managervertrag versüßt wird, passt zu der besonderen VW-Kultur, die Osterloh maßgeblich mitgeprägt hat.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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