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VW-Dieselskandal : Kann man ein Unternehmen von der Anklagebank führen?

Hans Dieter Pötsch (links) und Herbert Diess Bild: Picture-Alliance

Von Montag an sitzt die Volkswagen-Führung in Braunschweig auf der Anklagebank – die VW-Manager müssen den Konzern wohl bald aus dem Gerichtssaal lenken. Das haben auch schon andere vor ihnen geschafft.

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          Herbert Diess, 60 Jahre alt, ist ein vielbeschäftigter Mann. Er steht an der Spitze des absatzstärksten Autokonzerns in Europa, führt 650000 Mitarbeiter und ist noch dazu gerade mittendrin im großen Wandel seiner Branche weg vom Verbrennungsmotor. Da ist es misslich, dass womöglich bald eine zusätzliche Verpflichtung auf den VW-Vorstandsvorsitzenden zukommt, auch wenn sie ihm zunächst nicht viel mehr abverlangt als seine körperliche Präsenz: ein wöchentlicher Auftritt vor dem Landgericht Braunschweig.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Das ist die Konsequenz aus der Anklage, die vergangene Woche die Staatsanwaltschaft gegen ihn erhoben hat. Sie steht im Zusammenhang mit den Diesel-Skandal, wie sollte es anders sein. Da bemühen sich die Ermittler schon seit geraumer Zeit redlich, die Verantwortlichen für den Einsatz von Schummel-Software zu identifizieren. Das hat für Diess den Vorteil, dass es ihn nicht allein trifft. Sein Vorgänger Martin Winterkorn wird sich im Gerichtssaal einfinden müssen; außerdem, und das ist wesentlich brisanter, sein Chefkontrolleur Hans Dieter Pötsch.

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