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Abgasskandal in Amerika : Richter will Vergleiche von VW und Bosch durchwinken

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Auf dem Prüfstand: Ein VW-Touraeg bei der Abgasuntersuchung der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA Bild: AP

VW kann wohl das nächste Kapitel im Abgasskandal schließen: Der zuständige Richter will den Vergleich mit Besitzern von Autos mit größeren Dieselmotoren genehmigen. Auch Bosch dürfte aufatmen.

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          Volkswagen ist bei der Aufarbeitung des Dieselskandals in Amerika einen Schritt vorangekommen. Das Bezirksgericht in San Francisco stimmte am Dienstag dem in monatelangen Verhandlungen mit Behörden und Privatklägern vereinbarten, 1,22 Milliarden Dollar schweren Vergleich über die Entschädigung von rund 80.000 Kunden mit umweltbelastenden großen Dieselautos vorläufig zu.

          Ebenfalls vorläufig genehmigte Richter Charles Breyer einen Vergleich von Bosch, der die Zahlung von 327,5 Millionen Dollar an amerikanischen Eigentümer von VW-Dieselfahrzeugen vorsieht. Kläger werfen dem Autoteilezulieferer eine aktive Mithilfe bei der Manipulation der Abgaswerte von VW-Autos vor. Für den 11. Mai setzte Breyer eine Anhörung an, auf der entschieden werden soll, ob er endgültig grünes Licht gibt.

          VW hatte sich nach zähem Ringen im Dezember mit den Behörden in den Vereinigten Staaten und anschließend mit den Privatklägern grundsätzlich auf einen Kompromiss für die von der Konzerntochter Audi entwickelten Sechs-Zylinder-Motoren mit drei Litern Hubraum verständigt. Die Zahlung von 1,22 Milliarden Dollar nickte der inzwischen weltweit größte Autobauer Anfang Februar ab, um Klagen der betroffenen Besitzer beizulegen. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge mit einer Software unterwegs, die dafür sorgt, dass die Wagen nur auf dem Prüfstand die Abgasgrenzwerte einhalten. Bosch hatte jegliche Verantwortung für den Einsatz der Software von sich gewiesen.

          Kosten von bis zu 22 Milliarden Euro für Volkswagen

          Die Entschädigung von rund einer halben Million Besitzer von Dieselautos mit Zwei-Liter-Motoren und den Mega-Vergleich mit dem amerikanischen Justizministerium hat Volkswagen bereits in trockenen Tüchern. Zusammen mit dem nun vorläufig genehmigten Vergleich bei den 3,0-Liter-Motoren belaufen sich die Kosten für „Dieselgate“ für die Wolfsburger auf bis zu 22 Milliarden Euro.

          Nach dem Manipulationsskandal befindet sich VW in der tiefsten Krise des Unternehmens. Öffnen

          Weiter laufen zivilrechtliche Klagen mehreren Bundesstaaten. Weltweit sieht sich der Konzern zudem mit Schadensersatzklagen von Investoren und Kleinanlegern konfrontiert. Zugleich sind strafrechtliche Ermittlungen in Amerika und Deutschland wegen des Abgasbetrugs gegen einzelne Manager im Gange.

          Volkswagen streitet zudem mit dem früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piech heftig darüber, wann das Unternehmen von dem Dieselskandal erfuhr. Der einstige Firmenpatriarch behauptet Medienberichten zufolge, schon im März 2015 Hinweise auf die Abgasmanipulation in Amerika erhalten und das Aufsichtsratspräsidium darüber informiert zu haben. Volkswagen weist das zurück. Der Skandal war im September 2015 durch die amerikanischen Umweltbehörden öffentlich gemacht worden.

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