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Abgasskandal : Verbraucherschützer verklagen Volkswagen in Australien

Noch mehr Ungemach im Abgasskandal. Bild: dpa

Jetzt reicht auch die australische Verbraucherschutzbehörde Klage gegen Volkswagen ein. Es geht einmal mehr um den Abgasskandal. Auch auf der Südhalbkugel könnte er für VW nun richtig teuer werden.

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          Nun reicht auch die australische Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde Klage gegen Volkswagen und sein australisches Tochterunternehmen ein. Die Verbraucherschützer wenden sich gegen den Abgasbetrug bei zehn Modellen, von Golf über Passat bis zum Geländewagen Amarok.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Die Kommission begründet dies mit einem „geplanten Betrug“ beim Verkauf von mehr als 57.000 Automobilen. „Die Vorwürfe betreffen ein außerordentliches Verhalten eines globalen Konzerns, absichtlich und immer wieder“, sagte Rod Sims, der Vorsitzende der Australian Competition and Consumer Commission (ACCC).

          Die Kommission zielt nicht nur auf einen finanziellen Ausgleich: Sie will die Deutschen auch dazu verurteilen lassen, öffentliche Erklärungen über ihr Missverhalten abzugeben und Anzeigen zu schalten, in denen sich das Unternehmen zu seinem Verhalten in den vergangenen Jahren erklärt. Volkswagen habe das australische Verbrauchergesetz in mehreren Fällen gebrochen, indem der Konzern Software in seine Automobile einbaute, um bei Abgasmessungen zu betrügen und die Käufer mit Blick auf Einhaltung der Regeln fehlzuleiten, sagte Sims.

          Deutlich mehr als 100 Millionen Dollar von VW verlangt

          „Die Verbraucher hatten ein Recht darauf, zu erwarten, dass die Abgaswerte ihrer Volkswagen den Angaben in der Werbung entsprachen.“ In der Erklärung der ACCC heißt es: „Aufgrund der Informationen der Volkswagen AG hat Volkswagen Australia die Automobile als umweltfreundlich, sauber, mit niedrigen Abgaswerten und den hohen europäischen Standards entsprechend vermarktet, was aber alles nicht der Wahrheit unter normalen Fahrbedingungen entsprach.“

          Die private Anwaltskanzlei Maurice Blackburn hat schon rund zehntausend VW-Käufer hinter sich gesammelt, die „deutlich mehr als 100 Millionen Dollar“ von den Wolfsburgern verlangen. Sie fordert auch den vollständigen Austausch von mehr als 90.000 Fahrzeugen. Weitere Klagen von Privatleuten sind gegen die Marken Volkswagen, Audi und Skoda anhängig.

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