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Amerikanische Unternehmen : Trump lieben oder hassen?

Donald Trump trifft sich mit Vorstandsvorsitzenden von IBM, Pepsi, Blackstone, GM und Walmart. Bild: Bloomberg

Kooperation oder Konfrontation mit Donald Trump? Das ist die Frage, die sich viele Konzernchefs in Amerika gerade stellen. Aber sollten Unternehmen überhaupt politisch agieren?

          Amerikas Manager kennen nur noch ein Thema, wenn es um den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump geht: Kooperation oder Konfrontation? Einige der prominentesten Vorstandschefs Amerikas haben sich für ersteres entschieden. Sie kamen kürzlich ins Weiße Haus nach Washington, um sich mit Trump zu treffen. Es war die erste Sitzung eines Gremiums, das den neuen amerikanischen Präsidenten in Wirtschaftsfragen beraten soll. Einer allerdings saß nicht mit am Tisch: Travis Kalanick, der Mitgründer und Vorstandschef des Fahrdienstes Uber, hatte tags zuvor für einen Eklat gesorgt, als er seinen Rücktritt aus dem Ausschuss wegen des von Trump verhängten Einreisestopps ankündigte.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aber als das Treffen vorbei war, schien niemand etwas von Unstimmigkeiten wissen zu wollen. Einige Manager gingen wortlos an den Fernsehkameras vorbei, andere sagten knapp, das Treffen sei „produktiv“ oder „wunderbar“ gewesen. Jack Welch, der frühere Vorstandschef des Mischkonzerns General Electric, meinte gar, eine so tolle Besprechung mit einem so engagierten Präsidenten habe er noch nie im Weißen Haus erlebt. „Er will Amerika wieder großartig machen,“ schwärmte Welch.

          Alles in allem war es ja auch ein Tag der Freude für die Wirtschaft: Trump läutete die nächste Runde der Regulierung ein und wies den Kongress an, die komplizierten Vorgaben für die Banken zu lockern – auch damit seine „Freunde“ wieder einfacher an Kredite kommen. Das sagte er ganz offen.

          Aufstand der Managerelite

          Ist es das, was vom Aufstand der Managerelite übrigbleibt? Noch vor einer Woche sind sie als Tiger gestartet, ganz vorne waren sie mit dabei, als die Proteste im Land aufflammten. Anlass war der Einreisestopp für Personen aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten, den Trump vor zehn Tagen verhängt hat. Es war sein bisher spektakulärster, in seiner Radikalität völlig unerwarteter Erlass. Mehr als hundert Menschen – Flüchtlinge genauso wie Geschäftsreisende mit einer Aufenthaltsgenehmigung – wurden daraufhin an Flughäfen im ganzen Land festgehalten. Hunderte andere durften Flüge nach Amerika gar nicht erst antreten, Zehntausende verloren ihre Visa.

          Doch diesmal waren es nicht nur die üblichen Verdächtigen – Politiker, Menschenrechtsorganisationen und empörte Bürger –, die sich gegen Trump stellten. Die Opposition formierte sich an ganz ungewöhnlicher Stelle: in der Wirtschaft, angeführt vom Silicon Valley. Google-Mitgründer Sergey Brin demonstrierte am Flughafen in San Francisco gegen den Einreisestopp, in der Google-Zentrale protestierten Mitarbeiter und hielten Transparente mit Aufschriften wie „Verbietet Faschisten, nicht Religionen“ hoch. Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg von Facebook erinnerten daran, dass ihre Vorfahren Einwanderer aus Europa waren. Apple und andere Unternehmen wiesen darauf hin, dass es sie ohne Einwanderung nicht gäbe. Und Reed Hastings, der Vorstandsvorsitzende der Online-Videothek Netflix, nannte Trumps Dekret „so unamerikanisch, dass es uns alle schmerzt“. Der Widerstand beschränkt sich nicht auf Worte. Der Online-Händler Amazon unterstützt eine Klage des Bundesstaates Washington gegen Trumps Dekret, Apple prüft juristische Schritte. Und Airbnb bietet Tausenden von Flüchtlingen Unterkünfte an.

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