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Vorstandschef kündigt : Peking greift in Unternehmen durch

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Rupert Hogg hat bei Cathay Pacific gekündigt. Bild: EPA

Der Vorstandsvorsitzende der Fluggesellschaft Cathay Pacific hat seinen Job gekündigt. Ihm wurde vorgeworfen, dass er bei den Mitarbeitern, die sich an den Protesten in Hongkong beteiligt haben, nicht hart genug durchgegriffen habe.

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          Das Ringen um Hongkong hat ein erstes prominentes Opfer in der Wirtschaftswelt gefordert: Rupert Hogg, Vorstandsvorsitzender der Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific, kündigte am Freitag. Sein Nachfolger wird Augustus Tang.

          Hogg hatte sich in den vergangenen Tagen in eine Misere manövriert: Im Westen verlor er Ansehen, weil er dem Wunsch der Diktatur entsprach und Mitarbeiter entließ, die sich am Widerstand in Hongkong beteiligten. Noch am Montag hatte er jenen Mitarbeitern, die sich „mit den Protesten solidarisieren“, mit „disziplinarischen Konsequenzen“ gedroht.

          In Festlandchina geriet er unter Druck, weil er nicht hart genug durchgriffe: Die chinesische Flugaufsicht hatte Cathay aufgefordert, Mitarbeiter zu entlassen, die an den Protesten teilnehmen. John Slosar, Vorsitzender des Verwaltungsrates von Cathay, ging am Freitag hart mit seinem bisherigen Vorstandsvorsitzenden ins Gericht: Cathays Fähigkeit, sicher zu fliegen, sei in Frage gestellt und die Marke stehe unter Druck. Noch vergangene Woche hatte er erklärt, das Unternehmen diktiere seinen Angestellten nicht, was sie zu denken hätten.

          Peking übt schon länger Druck auf Fluggesellschaften aus: Im vergangenen Jahr folgten 20 Unternehmen einschließlich der Deutschen Lufthansa Pekings Anordnung, auf ihren Internetseiten Taiwan als Teil Chinas zu bezeichnen. Washington hatte die Anordnung zuvor als „Blödsinn wie im Reiche Orwells“ bezeichnet. Zuletzt ließen sich die Modemarken Givenchy, Versace und Coach zu einer Entschuldigung an die Chinesen zwingen: Sie hatten auf Hemden und in der Werbung Hongkong und Taiwan als eigenständige Länder gezeigt.

          Am Freitag packte Paul Loo seine Koffer. Bislang leitete er das Kundengeschäft bei Cathay. Ihm folgt Ronald Lam, der Hong Kong Express leitete.

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