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Vor möglicher Übernahme : Finanzinvestor plant keine Douglas-Zerschlagung

  • -Aktualisiert am

Keine Zukunft: 15 von 300 Thalia-Filialen werden geschlossen. Bild: dpa

Zu Douglas gehört nicht nur die Parfümerie, sondern eine ganze Reihe bekannter Ketten - etwa die Buchhandelskette Thalia. Im Falle einer Mehrheitsübernahme von Douglas fürchten manche eine Zerschlagung. Nach Informationen der F.A.Z. soll der Konzern zunächst aber als Ganzes vorangebracht werden.

          Der Finanzinvestor Advent International hat bereits sehr konkrete Vorstellungen darüber, wie der Douglas-Konzern nach einer Übernahme verändert werden soll, allerdings ist es immer noch völlig offen, ob es überhaupt zu einer solchen Offerte kommt. Ein schneller Verkauf der Buchhandelskette Thalia würde demnach nicht angestrebt, erst müsse das Geschäft wieder rentabel gemacht werden, heißt es aus dem Umfeld der Verhandlungen.

          Brigitte Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Derzeit gäbe es vermutlich auch keinen Käufer, der einen vernünftigen Preis für Thalia zu zahlen bereit wäre, heißt es. Advent treibe die geplante Übernahme gemeinsam mit der Familie Kreke voran, die am Douglas-Konzern knapp 13 Prozent der Anteile hält, berichten Beobachter beider Seiten. Henning Kreke ist Vorstandsvorsitzender des Hagener Unternehmens, sein Vater Jörn Kreke führt den Aufsichtsrat. Anders als in freundschaftlicher Atmosphäre sei ein solcher Deal auch nicht zu realisieren, sagen Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

          Ob Douglas-Großaktionär Erwin Müller verkaufen will, ist offen

          Auch mit den anderen Großaktionären Oetker (knapp 26 Prozent) und Bank Sarasin (knapp 10 Prozent) sowie der verzweigten Familie Eklöh (geschätzt knapp 18 Prozent) befinde sich der Finanzinvestor in Gesprächen, die aber noch längst nicht unterschriftsreif seien. Die größte Unsicherheit für Advent bleibe der Douglas-Großaktionär Erwin Müller, der direkt knapp 11 Prozent an dem Handelkonzern hält, über Optionen aber auf rund ein Viertel der Anteile kommen kann. Ob Müller, der gerade 80 Jahre alt geworden ist, an Advent verkaufen will und zu welchem Preis, sei völlig offen.

          Als sicher gilt aber, dass die Beteiligungsgesellschaft nur dann ein Übernahmeangebot machen wird, das auch für den Streubesitz gelten würde, wenn sie sicher sein kann, eine Mehrheit der Anteile zu bekommen. Dazu würden die Aktienpakete von Oetker, Sarasin und den Nachfahren des Unternehmensgründers Herbert Eklöh zwar ausreichen. Allerdings wird gemutmaßt, dass die von Sarasin gehaltenen Anteile die Basis für die Put-Optionen von Erwin Müller bilden und damit nicht frei verfügbar sind. Denkbar wäre zwar, dass Advent die Optionen von Müller übernimmt und er anschließend als Minderheitsaktionär an Bord bliebe. Allerdings wäre dies nicht das Wunschszenario des Finanzinvestors.

          Sollte die Private-Equity-Gesellschaft die Regie von Douglas übernehmen, würde das Ziel lauten, die Parfümeriekette und auch die Juwelierkette Christ international stärker wachsen zu lassen und auch eine bessere Verzahnung des jeweiligen Filialgeschäfts mit dem Onlineangebot herbeizuführen. Advent traue sich die schwierige Aufgabe, Douglas voranzubringen, durchaus zu. Der Finanzinvestor habe mit der Modehandelskette Takko bewiesen, dass er mit einem Handelskonzern umgehen könne, heißt es. Takko wuchs unter der Regie von Advent innerhalb von drei Jahren um rund 30 Prozent auf einen Umsatz von 940 Millionen Euro.

          Eine Zerschlagung von Douglas, wie mancherorts befürchtet, werde es nicht geben, zumal auch die Familie Kreke dies nicht wolle. Vater und Sohn stünden für den Fortbestand von Douglas als Ganzes. Dies war auch ein wesentliches Argument für die im Januar überraschend bekannt gewordenen Pläne, gemeinsam mit einem Partner die Mehrheit zu übernehmen, um Douglas eventuell sogar von der Börse nehmen zu können. Ein solcher Börsenrückzug wird allerdings selbst von Advent als eher unrealistisch eingestuft. Die Übernahme durch den Finanzinvestor würde durchaus einige Umbauten des Konzerns mit sich bringen, die Arbeitsplätze kosten könnten, sagen Beobachter.

          Die ersten Thalia-Filialen werden derzeit schon geschlossen, offiziell spricht das Unternehmen von 15 unrentablen Standorten, die möglicherweise aufgegeben werden. Spekuliert wird in der Handelsbranche allerdings, dass es am Ende von den rund 300 Thalia-Läden mehr treffen wird. Das Thalia-Management könne seine Sanierungspläne mit der Rückendeckung der Familie Kreke und auch von Advent fortsetzen, ist zu hören.

          An der Börse wird der Douglas-Gesamtkonzern derzeit mit knapp 1,4 Milliarden Euro bewertet. Für eine deutliche Mehrheitsposition müsste Advent demnach rund 1 Milliarde Euro aufbringen. An eine Partnerschaft mit einem weiteren Finanzinvestor ist offenbar nicht gedacht. Advent müsste sich daher wohl einen dreistelligen Millionenbetrag an Krediten von Banken besorgen - auch dies könnte sich noch als Stolperstein erweisen, heißt es. Sowohl Advent als auch der Familie Kreke dürfte wenig daran gelegen sein, dass sich der Aktienkurs von Douglas durch Spekulationen weiter erhöht. Denn das würde nach einer Übernahme den Druck erhöhen, sich durch den Verkauf von Unternehmensteilen zu entlasten.

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