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Vor dem Audi-Prozess : Stadler in Stadelheim

Als redlich und loyal beschreiben frühere Wegbegleiter Rupert Stadler. Welche Rolle hat der früheren Audi-Chef im Abgasbetrug gespielt? Bild: Reuters

Der Diesel-Skandal kommt in München vor Gericht. Es wird ein Mammutprozess. In der Hauptrolle: der frühere Klosterschüler und Audi-Chef Rupert Stadler.

          6 Min.

          Wer schwere Verbrechen begeht, kommt in München direkt nach Stadelheim. Der Name ist ein Mythos, eng verwoben mit der deutschen Kriminalgeschichte. Hinter den hohen Gefängnismauern haben viele prominente Straftäter eingesessen wie zuletzt Beate Zschäpe, die Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt hat der Freistaat vor vier Jahren zudem einen neuen Verhandlungssaal bauen lassen. Dieser 17 Millionen Euro teure Saal, mit viel Stahlbeton halb in die Erde eingegraben, ist für Prozesse, die unter besonders strengen Sicherheits- und Hygienevorschriften stattfinden müssen, bestens geeignet. Vom kommenden Mittwoch an wird er Schauplatz für ein spektakuläres Verfahren: Im ersten Strafprozess um die millionenfache Manipulation an Dieselfahrzeugen müssen sich vier ehemalige Audi-Manager verantworten, der langjährige Vorstandschef Rupert Stadler, der Motorenentwickler Wolfgang Hatz sowie die Ingenieure Giovanni P. und Henning L.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es wird ein Verfahren der Superlative: Über die kommenden zwei Jahre, immer dienstags und mittwochs, müssen sich die Angeklagten an insgesamt 181 Hauptverhandlungstagen an der Stettnerstraße im Münchner Süden einfinden. Die Wirtschaftsstrafkammer unter dem Vorsitz von Richter Stefan Weickert plant mit einer langen Beweisaufnahme, in der zahlreiche Dokumente verlesen und etliche Zeugen befragt werden. Da dürfte die Verlesung des 92 Seiten fassenden Anklagesatzes durch die Vertreter der Staatsanwaltschaft München II in der kommenden Woche zeitlich kaum ins Gewicht fallen. „Betrug zu Lasten von Verbrauchern, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung“, lautet der Vorwurf der Ankläger.

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