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VWL-Professor Westermann : „Vor allem Kapitalflucht treibt den Target-Saldo“

Frank Westermann, VWL-Professor an der Universität Osnabrück Bild: privat

Die EZB unterstützt mit ihrer Geldpolitik Kapitalflucht nach Deutschland, sagt Frank Westermann, VWL-Professor in Osnabrück. Das ist nicht ohne Risiken.

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          Herr Westermann, der deutsche Saldo aus dem europäischen Zahlungsverkehrssystem Target 2 ist jetzt zum ersten Mal in der Geschichte über die Grenze von einer Billion Euro gestiegen. Das klingt spektakulär. Was steckt aus Ihrer Sicht dahinter?

          Dahinter steckt aus meiner Sicht in erster Linie eine Kapitalflucht. Investoren flüchten aus italienischen und spanischen Wertpapieren.

          Warum sollten sie das tun, und wieso erhöht das den deutschen Target-Saldo?

          Investoren wollen sich in der Corona-Krise von riskanten Wertpapieren in Südeuropa trennen und lieber sichere Vermögenstitel in Deutschland erwerben. Sie tun das, indem sie die unsicheren Papiere bei ihren nationalen Notenbanken im Eurosystem als Sicherheiten hinterlegen und dafür Kredite bekommen, mit denen sie beispielsweise in Deutschland sichere Vermögenstitel erwerben können. Diese grenzüberschreitenden Transaktionen ziehen entsprechende Bewegungen der Target-Salden nach sich. Der deutsche Saldo steigt, die südeuropäischen werden stärker negativ.

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