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Von Frankfurt nach London in 5 Stunden : Deutsche Bahn darf künftig durch Kanaltunnel fahren

  • Aktualisiert am

Ein Eurostar-Zug bei seiner Ausfahrt aus dem Eurotunnel in Nordfrankreich. Bild: AFP

Bislang fahren nur Eurostar- und Güterzüge durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal. Die Deutsche Bahn will ihn schon lange nutzen - durfte aber bisher nicht. Jetzt hat sie die Erlaubnis bekommen. London soll von Frankfurt künftig in 5 Stunden erreichbar sein.

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          Die Deutsche Bahn darf künftig Züge durch den Ärmelkanaltunnel nach London schicken. Nach dreijähriger Prüfung erteilte die zuständige Kommission am Freitag die notwendige Genehmigung. „Zwanzig Jahre nach dem Start der kommerziellen Verbindungen haben die Behörden den Kanaltunnel endlich für alle geöffnet“, teilte Eurotunnel-Chef Jacques Gounon am Freitag mit. Die Entscheidung werde den Bahnverkehr zwischen Großbritannien und anderen Ländern wie Deutschland und den Niederlanden beleben. Zu den bislang zehn Millionen Passagieren, die  jedes Jahr durch den Tunnel befördert werden, dürften nun bald zwischen drei und vier Millionen Bahngäste hinzukommen.

          Das Monopol für Zugverbindungen zwischen dem französischen Calais und dem britischen Dover hatte bislang der französische Staatskonzern SNCF.

          Die Bahn plant zwei Verbindungen: Zum einen von Frankfurt nach London über Köln, Brüssel und Lille. Zum anderen von Amsterdam nach London.

          Die Fahrzeit von Frankfurt nach London werde etwa fünf Stunden betragen, sagte eine Sprecherin der Bahn. Von Köln aus werde London in weniger als vier Stunden erreichbar sein. Wann es los geht, sei noch unklar - aber sicher nicht mehr in diesem Jahr. Das hänge wesentlich davon ab, wann Siemens seine Lieferprobleme löse und die Züge der neuesten ICE-Generation liefern könne.

          Um die Genehmigung für die Deutsche Bahn hatte es lange Streit gegeben. Die Betreibergesellschaft des Tunnels wollte schon länger mehr Züge unter dem Ärmelkanal fahren lassen, weil sie damit auch mehr Geld verdient. Sie erhält für jeden Zug, der durch den Kanaltunnel fährt, eine Gebühr.

          Doch die französische Regierung und der Alstom-Konzern versuchten Fahrten der Deutschen Bahn mit aller Macht zu verhindern. Sie wollten nicht, dass auch ICE-Züge von Siemens durch den Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien fahren dürfen.

          Hintergrund war die Sorge um millionenschwere Aufträge für die französische Bahn-Industrie. Bislang durchqueren den Kanaltunnel nur auf dem französischen TGV basierende Eurostar-Züge (des französischen Herstellers Alstom) sowie Güterzüge und Pendelzüge für Autos, Busse und Lastwagen.

          Die Deutsche Bahn hatte bereits im Oktober 2010 erstmals eine Testfahrt im Tunnel absolviert.

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