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Schwerpunkt Vollbeschäftigung : In welchen Berufen bleiben die Aussichten mau?

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Wer als Biologe, Architekt oder im Museum Arbeit sucht, hat es auch künftig schwerer als andere. Bild: reuters, dpa

Fachkräfte sind begehrt, Unternehmen werden sich auch in Zukunft nach gut ausgebildetem Nachwuchs reißen. Doch das gilt nicht für alle Berufe. Für Geisteswissenschaftler, Architekten und Biologen bleibt es schwer.

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          Wer seinen Traumberuf sucht, muss etwas wagen. Doch vielen fehlt der Mut, denn schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder geringe Bezahlung haben in den vergangenen Jahrzehnten viele Mutige bestraft. Langsam verbessern sich aber die Aussichten: Angehende Arbeitnehmer müssen künftig weniger befürchten als die Generation ihrer Eltern - aber wichtig bleibt eine gute Ausbildung. Die besseren Aussichten verdanken junge Menschen hierzulande dem demografischen Wandel: Reicher Kindersegen bleibt aus, stattdessen vergreist und schrumpft die deutsche Bevölkerung. Das stellt die Wirtschaft im Land vor Probleme. Die Unternehmen konkurrieren um den rar vorhandenen Nachwuchs. Der Fachkräftemangel wird sich in Zukunft noch deutlicher bemerkbar machen. Aber gilt das für alle Berufe? Stehen nun auch Philosophen und Ökologen rosige Zeiten auf dem Arbeitsmarkt bevor?

          Trotz Vollbeschäftigung werden manche Berufe auch in Zukunft überlaufen bleiben. Das Risiko, völlig auf der Strecke zu bleiben wird aber deutlich geringer. Denn in einer vollbeschäftigten Gesellschaft kann man notfalls leichter ausweichen, wenn die ideale Stelle nicht zu haben ist. Geisteswissenschaftler, Architekten und Biologen werden es auch künftig nicht einfach haben.

          „Unternehmen werden Geisteswissenschaftlern nicht nachlaufen“

          Die Geisteswissenschaften stehen nicht gerade für traumhafte Berufsaussichten und üppige Einkommensperspektiven. Der Übergang vom Studium in den Job ist oft schwerfällig, es gibt wenige Vollzeitstellen und die Löhne sind niedrig. Daran wird sich auch in Zukunft nicht allzu viel ändern. „Die Unternehmen werden den Geisteswissenschaftlern nicht nachlaufen“, sagt Unternehmensberaterin Maria Kräuter. Der Arbeitsmarkt für diese Berufsgruppe bleibe auch in wirtschaftlich guten Zeiten relativ klein. „Besonders in den ganz klassischen Bereichen wird es immer schwierig bleiben.“ Dazu zählten Historiker sowie Berufe im Kulturbereich, etwa in Museen und Theatern.

          Dennoch sind geisteswissenschaftliche Studienfächer beliebt, wie die Bundesagentur für Arbeit im aktuellen Arbeitsmarktbericht für Akademiker feststellt: Rund 96.000 Studienanfänger entschieden sich demzufolge 2010 für eine Geisteswissenschaft, das waren 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Absolventen wird größer: 2010 waren es 43.000, doppelt so viele wie noch 2001. Allerdings gab es gleichzeitig nur 2000 gemeldete Stellen. Es ist also nicht verwunderlich, dass Geisteswissenschaftler immer öfter auch auf andere Bereiche wie Kundenberatung oder Public Relations ausweichen müssen, auch wenn das nicht unbedingt ihrer Qualifikation entspricht.

          Völlig aussichtslos ist ein geisteswissenschaftliches Studium aber auch in Zukunft nicht. „Wer offen für technische Entwicklungen ist, hat bessere Berufschancen“, sagt Kräuter. Das bedeutet zum Beispiel Software- und Spielentwicklung statt Kinderbuch-Illustration. Ohnehin wird in den Geisteswissenschaften nicht für bestimmte Berufe ausgebildet. „Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass man seine Stelle nach dem Studium selbst kreieren muss“, sagt Kräuter. Dazu sei Kreativität und Eigeninitiative erforderlich. Und gegebenenfalls der Wechsel in eine fachfremde Tätigkeit.

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