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Der Volkswirt : Alles nur Gier?

  • -Aktualisiert am

Bild: Peter von Tresckow

Grund wirtschaftlicher Entscheidungen ist häufig nicht der Egoismus, sondern der Selbstschutz gegen die Ausbeutung durch andere Akteure. Es braucht deswegen institutionelle Regelungen – doch auch die helfen nicht immer.

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          Nationale und internationale Kooperationen haben besonders in den Jahren nach 2000 ein beachtliches Niveau erlangt. Gegenwärtig allerdings sind sie dabei zu erodieren. Der freie Welthandel ist bedroht, weil einige Staaten Chinas Konkurrenz auf den Weltmärkten als unfair empfinden und sich dagegen durch Protektionismus zu wehren versuchen. Der italienische Innenminister Salvini, der in Deutschland auf viel Unverständnis stößt, zieht in der Flüchtlingspolitik die Notbremse, weil er sich von den Europäern auf der Grundlage des Dublin-Abkommens alleingelassen fühlt. Die globale Klimapolitik tritt auf der Stelle, weil jedes Land befürchtet, dass sich bei eigener Vorleistung andere Länder um ihren angemessenen Beitrag herumdrücken. Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig verlängern.

          Bei allen Unterschieden im Detail weisen die Beispiele ein identisches Muster auf: Es geht immer darum, dass einzelne Akteure in einer Kooperation sich die Vorteile aneignen wollen, aber eigene Beiträge zurückhalten und sich so Sondervorteile zu verschaffen suchen – mit der Folge, dass sich die Kooperationspartner ausgebeutet fühlen. Free riding, also das Trittbrettfahren, kommt wieder in Mode.

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