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Grippe : Kassenpatienten bekommen Recht auf besseren Impfschutz

  • -Aktualisiert am

Ein kurzer Pieks kann wirksam gegen Grippe schützen. Bild: dpa

Die Grippe hat in dieser Saison heftig gewütet. Um die Bevölkerung vor der nächsten Welle besser zu schützen, ist auf Bundesebene nun eine Impfung mit Vierfach-Wirkstoff beschlossen worden.

          Kassenpatienten haben zur nächsten Grippesaison Anspruch auf eine Impfung mit einem modernen Vierfach-Impfstoff. Das hat die Selbstverwaltung der Ärzte, Kassen und Krankenhäuser, der Gemeinsame Bundesausschuss, am Donnerstag entschieden. Der Beschluss folgt vielfacher Kritik daran, dass in diesem Jahr nicht alle Krankenkassen bereit gewesen seien, die Impfung mit diesem statt eines Dreifach-Impfstoffs zu bezahlen. Die gesetzlichen Kassen gaben nach Angaben der Apothekenorganisation ABDA zuletzt für 35 Millionen Dosen Impfstoff 1,2 Milliarden Euro aus.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die Debatte über den Impfstoff war auch durch den Verlauf der inzwischen stark abklingenden Grippewelle befeuert worden. Auch wenn das federführende Robert-Koch-Institut noch keine endgültige Bewertung über die „Schwere“ der diesjährigen Influenzawelle abgeben will, so deuten die Daten über die Häufigkeit von Arztbesuchen, die lange Dauer der Erkrankungswelle und die annähernd 1100 Grippe-Todesfälle bis Ostern darauf hin, dass es sich um eine vergleichsweise heftige Infektionswelle gehandelt haben muss.

          Bisher gab es für die Kassen keine verbindliche Regelung, ob für Risikogruppen wie Alte oder chronisch Kranke zur Grippevorsorge ein Drei- oder Vierfach-Impfstoff zu verwenden und bezahlen sei. Beide Möglichkeiten seien zulässig gewesen. Mit der Präzisierung der Schutzimpfungs-Richtlinie folge man der Empfehlung der Impfkommission aus dem Januar. Ab diesem Herbst solle ein Vierfach-Impfstoff mit der jeweils aktuellen Antigenkombination verwandt werde, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle.

          Josef Hecken, der Vorsitzende des Ausschusses stellt ausdrücklich klar, dass sich diese Entscheidung „anders als vielfach auch öffentlich gemutmaßt“ nicht auf die laufende, sondern die kommende Grippesaison 2018/19 beziehe. Wegen der langen Herstellungsverfahren entscheidet die WHO bereits weit vor Beginn einer Grippesaison über die Antigenkombination des Impfstoffs. Mit der Entscheidung des Bundesausschusses zur Finanzierung hätten die Hersteller nun Klarheit und könnten bis zum Herbst, wenn die Vorsorgeimpfungen beginnen, ausreichend Impfstoffe produzieren. Der Bundesausschuss wies ausdrücklich darauf hin, dass viele Krankenkassen auch Schutzimpfungen für solche Versicherte bezahlten, die nicht zu den Risikogruppen gehörten.

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