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Schikane und Kriegsangst : Viele deutsche Unternehmen ziehen aus Russland ab

  • Aktualisiert am

Warnung vor „Massiver Abwanderung“: Russland führt medizinische Zwangsuntersuchungen für ausländische Unternehmen ein. Bild: dpa

Viele deutsche und internationale Unternehmen packen die Koffer. Unter ihnen wächst die Angst vor einem Krieg in der Ukraine. Zudem sorgen menschenunwürdige Medizintests für Unruhe.

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          dpa. Moskau ⋅ Die deutsche Wirtschaft in Russland warnt auch angesichts der medizinischen Zwangstests für Manager und andere Ausländer vor einer „massiven Abwanderung“ von Unternehmen. Schon jetzt gebe es einen Trend zum Rückzug, wie aus Angaben der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK) hervorgeht. Die Zahl der deutschen Unternehmen in Russland ist demnach im Jahr 2021 um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Als Gründe wurden neben der Einführung medizinischer Zwangsuntersuchungen für Ausländer auch die in der Ukrainekrise drohenden neuen Sanktionen des Westens gegen Russland und die Angst vor einem Krieg in Europa genannt.

          Aktuell seien noch 3651 Unternehmen mit deutschem Kapital im flächenmäßig größten Land der Erde tätig, hieß es unter Berufung auf Angaben der russischen Steuerbehörde. In den vergangenen rund zehn Jahren seien 42 Prozent der Unternehmen abgezogen – 2011 habe es noch 6300 Firmen mit deutschem Kapital in Russland gegeben.

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