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Versicherungen : Allianz stärkt Kapitalbasis mit rund 4,4 Millarden Euro

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Der Münchener Versicherungskonzern Allianz erhält durch seine Kapitalerhöhung deutlich mehr frisches Kapital als zuvor geplant.

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          Der Münchener Versicherungskonzern Allianz erhält durch seine Kapitalerhöhung deutlich mehr frisches Kapital als zuvor geplant.

          Beim festgesetzten Bezugspreis von 38 Euro je junger Aktie ergebe sich ein höherer Emissionserlös von rund 4,4 Milliarden Euro anstelle der ursprünglich geplanten 3,5 bis 4 Milliarden Euro, teilte der Finanzkonzern am Samstag in München mit. Der Konzern braucht das Geld zur Stärkung seiner Kapitalbasis. Als Großanleger musste er Milliarden auf sein von der Börsenschwäche getroffenes Wertpapierportfolio abschreiben. Dazu musste die Allianz hohe Verluste in ihrer Bankensparte Dresdner Bank verdauen. Die Kapitalerhöhung sei bei den Investoren positiv aufgenommen worden, begründete die Allianz das höhere Volumen.

          Erste große Kapitalerhöhung in Deutschland

          „Der Preis liegt am oberen Ende von dem, was erwartet wurde", sagte Michael Haid, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Die Allianz benötige das zusätzliche Kapital, je mehr desto besser für sie. Der Schritt der Münchener ist die erste große Kapitalerhöhung in Deutschland in diesem Jahr. Mit der offensichtlich guten Aufnahme könnten nach Einschätzung von Beobachtern nun auch weitere Großkonzerne unter den Dax-Firmen zu dieser Maßnahme greifen, um ihre Kapitalbasis zu stärken.

          Die Allianz war bis vor einigen Monaten nach Börsenwert noch Europas größter Versicherungskonzern. Mittlerweile liegen die Münchener aber nach dem niederländischen Finanzkonzern ING, der italienischen Assicurazioni Generali und der französischen AXA nur noch an vierter Stelle.

          Mindestpreis von 30 Euro übertroffen

          Mit 38 Euro je Aktie bleibt das Unternehmen zwar klar unter seinem Freitags-Börsenkurs von 56 Euro, aber deutlich über dem im März genannten Mindestpreis der Emission von 30 Euro je Aktie. Den Bezugskurs für die ebenfalls angekündigten jungen Genussscheine nannte das Unternehmen nun mit 59,20 Euro.

          Die Aktionäre könnten vom 15. bis voraussichtlich zum 29. April jeweils sieben neue Aktien für 15 alte Aktien beziehen, ergänzte die Allianz. Die Bezugsrechte seien bis einschließlich 25. April handelbar. Insgesamt sollen 117 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Konsortialbanken sind die Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs und UBS Warburg.

          Kapitalmaßnahmen im wert von fünf Milliarden Euro

          Die Allianz bekräftigte, insgesamt Kapitalmaßnahmen von fünf Milliarden Euro zu planen. Neben der Kapitalerhöhung, die ursprünglich mindestens 3,5 Milliarden Euro in die Allianz-Kasse spülen sollte, hatte die Allianz deswegen auch die Platzierung einer nachrangigen Anleihe von rund 1,5 Milliarden Euro angekündigt. „Ganz klar ist das ein großer Schritt weg von 30 Euro. Das bedeutet, dass die Allianz jetzt unter weniger Druck steht für eine Anleiheemission", sagte ein mit der Transaktion vertrauter Banker.
          Die Allianz-Großaktionäre wollen die Kapitalerhöhung in unterschiedlichem Umfang mittragen. Die ebenfalls schwächer kapitalisierte Hypovereinsbank wird ihre Bezugsrechte verkaufen. Die Münchener Rück wird nur teilweise neue Aktien beziehen und so ihren Anteil an der Allianz auf rund 15 (derzeit rund 22) Prozent senken. Die Deutsche Bank wird voll zeichnen.

          Die Allianz, einer der größten institutionellen Investoren in Europa, hat im vergangenen Jahr 5,5 Milliarden Euro auf kursschwache Wertpapiere abschreiben müssen und deshalb einen Jahresverlust von 1,167 Milliarden Euro verbucht.

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