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Versicherer : Stille Lasten in der Versicherungsbilanz

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Seit einem Jahr muß bei der Beurteilung der Jahresabschlüsse von Versicherungsunternehmen, speziell der Lebensversicherer, auf den neuen Begriff der „stillen Last" geachtet werden.

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          Seit einem Jahr muß bei der Beurteilung der Jahresabschlüsse von Versicherungsunternehmen, speziell der Lebensversicherer, auf den neuen Begriff der "stillen Last" geachtet werden. Stille Lasten sind die Folge der Kapitalmarktentwicklung und einer Bilanzierungshilfe für Versicherer in Paragraph 341b Handelsgesetzbuch. Seit Ende 2001 ist es danach erlaubt, Wertpapiere, zum Beispiel Aktien, zu Anlagevermögen zu erklären. Wenn keine dauerhafte Wertminderung vorliegt, kann dann der bislang bilanzierte Wert unverändert beibehalten werden, obwohl der aktuelle Börsenkurs darunterliegt. Die Differenz ist dann eine stille Last. Es handelt sich also um nicht realisierte Kursverluste; das Gegenstück dazu sind nicht realisierte Bewertungsreserven (stille Reserven). Wenn sich die Werteinbußen als dauerhaft herausstellen (wofür die Wirtschaftsprüfer bestimmte Kriterien formuliert haben), muß doch zu Lasten des Gewinns abgeschrieben werden. Die stillen Lasten in den Bilanzen der Lebensversicherer (Ende 2001: 2,5 Milliarden Euro) haben sich Ende 2002 auf geschätzt 20 Milliarden Euro erhöht, rund drei Prozent ihrer Kapitalanlagen.

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