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Versicherer : Allianz Leben hält die Überschußbeteiligung stabil

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Solide Bild: AP

Die Bewertungsreserven beim Marktführer Allianz Leben sind spürbar abgeschmolzen. Die Dividende bleibt unverändert.

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          Der deutsche Marktführer bei Lebensversicherungen sieht derzeit keine weitere Senkung der Überschußbeteiligung für seine Versicherten ab. Aus laufenden Anlageerträgen (Zinsen, Dividenden) werde die Allianz Leben in diesem Jahr wie 2002 voraussichtlich eine Nettoverzinsung von 5,1 bis 5,2 Prozent auf ihre Kapitalanlagen erzielen, sagte Vorstandsvorsitzender Gerhard Rupprecht bei der Bilanzvorlage in Stuttgart. Ob die aktuelle Überschußbeteiligung von 5,3 Prozent 2004 gehalten werden kann, hängt somit von Gewinnrealisierungen und Wertpapierabschreibungen in diesem Jahr ab. 2003 war dieser Saldo mit 251 Millionen Euro negativ, obwohl die Allianz Leben - entgegen eigener Aussagen vom Oktober 2002 - im zweiten Halbjahr massiv Aktien verkauft hat.

          Der Satz von 5,3 Prozent liegt über dem Marktdurchschnitt (4,5 Prozent) und weit über der gesetzlichen Mindestverzinsung (3,25 Prozent im Neugeschäft). Rupprecht bekräftigte, daß die Allianz Leben 2003 weiter Markanteile gewinnen wolle. Im ersten Quartal 2003 legten die Neuabschlüsse um 36 Prozent zu; bereits 2002 war das Neugeschäft um 30 Prozent auf 2,65 Milliarden Euro gestiegen (F.A.Z. vom 25. Februar). Die Beitragseinnahmen wuchsen im ersten Quartal um 9 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuß solle den des Jahres 2001 von 223 Millionen Euro übertreffen, sagte Rupprecht. 2002 waren wegen eines Verlustes aus der Verschmelzung der Vereinte Leben nur 175 Millionen Euro verdient worden. Daraus zahlt die Gesellschaft ihren Aktionären - 91 Prozent Allianz AG, 9 Prozent Streubesitz - unverändert 1,25 Euro je Aktie.

          Während die zur Münchener Rück gehörende Victoria Leben einräumen mußte, daß sie die von der Versicherungsaufsicht vorgeschriebenen „Streßtests" nicht mehr bestanden hat, ist die Allianz Leben von einem solchen Szenario weit entfernt. Auch zum 1. April, nach dem erneuten Kurssturz an den Börsen, habe die Allianz Leben die strenge Testversion voll bestanden, erläuterte Finanzvorstand Maximilian Zimmerer. Dabei wird geprüft, ob der Versicherer seinen Verpflichtungen noch voll nachkommen kann, wenn die Aktienkurse um 35 Prozent und die Kurse der festverzinslichen Papiere um 10 Prozent sinken. Bei der Allianz beträgt das verfügbare Kapital derzeit 225 Prozent des notwendigen Kapitals. Mit dieser Solvabilitätsquote steht die Allianz Leben besser da als viele Wettbewerber - und die Konzernmuttergesellschaft.

          Allerdings hat auch Rupprecht 2002 wegen der auf 5,0 (2001: 6,8) Prozent gesunkenen Nettoverzinsung die Reserven angegriffen, um die Überschußbeteiligung von 6,8 Prozent darzustellen. So wurden 0,9 Milliarden Euro aus der Reserve für Notzeiten, der „freien Rückstellung für Beitragsrückerstattung", entnommen, die dadurch auf 2,5 Milliarden sank, und massiv Aktien verkauft. Die Aktienquote halbierte sich fast von 21,7 auf 12,3 Prozent (nach Absicherung). Der Rückgang ist je zur Hälfte auf sinkende Kurse und Verkäufe zurückzuführen. So schmolzen die Bewertungsreserven von 11 auf 4,5 Prozent der Kapitalanlagen. Die stillen Lasten im Aktienportfolio betrugen Ende 2002 1,4 Milliarden Euro - wobei dem Aktienkursreserven von 2,2 Milliarden gegenüberstanden. Dieser positive Saldo ist im ersten Quartal allerdings gegen Null gegangen.

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