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Versicherer : Allianz Leben baut Neugeschäft aus

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Der Marktführer unter den Lebensversicherungen ist im vergangenen Jahr mit einem Zuwachs von 30 Prozent bei den Neubeiträgen stärker gewachsen als die Wettbewerber.

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          Der Marktführer unter den Lebensversicherungen, Allianz Leben, ist im vergangenen Jahr mit einem Zuwachs von 30 Prozent bei den Neubeiträgen stärker gewachsen als die Wettbewerber und hat damit seine Position weiter verbessert. Der Marktanteil ist von 15,1 auf 18,3 Prozent gestiegen. Beinahe jede fünfte Lebensversicherung in Deutschland wird bei dem Stuttgarter Versicherer geschlossen: "Die Bürger setzen wieder verstärkt auf die Lebensversicherung, weil kein anderes Produkt diese Mischung aus Sicherheit und Rendite bietet", meint Gerhard Rupprecht, Vorstandschef der Allianz Leben.

          Nicht zuletzt aus diesem Grund erwartet das Unternehmen auch in diesem Jahr wieder einen deutlichen Zuwachs. Eine zu schlechte Konjunktur könne sich aber auch für die Allianz negativ auswirken, heißt es weiter. "Irgendwann haben die Leute keine finanziellen Mittel mehr, um die Vorsorge zu bezahlen."

          Betriebliche Altersvorsorge als Impulsgeber

          Ein wichtiger Impuls für das Neugeschäft kommt in diesem Jahr voraussichtlich aus der betrieblichen Altersversorgung. Bei 20.000 Arbeitgebern sei eine betriebliche Altersversorgung neu eingerichtet oder eine bestehende erweitert worden. Schon aus diesen Rahmenverträgen seien neue Verträge zu erwarten, deren Zahl in die hunderttausende geht. Allein über die Metall-Rente, das Versorgungswerk der Metall- und Elektroindustrie, sind bis Ende vergangenen Jahres Verträge mit mehr als 1,6 Millionen Mitarbeiterbei 3.500 Unternehmen geschlossen worden. Die Allianz Leben ist Konsortialführer für dieses Versorgungswerk.

          Zuversicht verleiht dem Stuttgarter Versicherer zudem die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die betriebliche Vorsorge über Pensionskassen und Pensionsfonds, durch die ein Beitrag von bis zu 2.448 Euro zunächst unversteuert bleibt. Außerdem erwartet die Allianz, daß die Riesterförderung in diesem Jahr zu einer verstärkten Nachfrage führen werde. Im vergangenen Jahr hat die Allianz Leben 598000 Riester-Verträge abgeschlossen und hält damit nach eigenen Angaben einen Marktanteil von rund 20 Prozent.

          Insgesamt hat die Allianz Leben im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Euro Neubeiträge verbucht. Das sind 29,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Den größten Teil des Neugeschäfts steuern Einmalbeiträge bei, deren Summe von 1,3 auf 1,8 Milliarden zugenommen hat. Davon entfallen 1,1 Milliarden Euro auf sofort beginnende Renten, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 31,6 Prozent bedeutet.

          Wenig erhellendes über Ertragslage

          Die laufenden Beiträge aus neuen Verträgen erhöhten sich um 29,8 Prozent auf 783,4 Millionen Euro. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge wird mit 1,1 Millionen beziffert, 81,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Neugeschäft hat die Dresdner Bank einen Anteil von 12,6 Prozent beigetragen, ein Wert, der nach Ansicht der Allianz Leben noch deutlich ausgebaut werden könne. Durch das starke Neugeschäft sind die gebuchten Bruttobeiträge um 7,8 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro gestiegen.

          Über die Ertragslage teilt die Allianz Leben noch nichts mit. Das Unternehmen begnügt sich mit der Feststellung, daß sich die schlechte Kapitalmarktsituation auch bei der Allianz Leben ausgewirkt habe. Ende November hatte die Versicherungsgesellschaft unter Hinweis auf die international stark gesunkenen Aktienkurse die Senkung ihrer Überschußbeteiligung von 6,8 auf 5,3 Prozent bekanntgegeben.

          Keine Meinung, sondern Fakten

          Am Wochenende hatte Allianz-Leben-Chef Rupprecht bereits für Aufmerksamkeit gesorgt, als er in einem Interview äußerte, die Garantieverzinsung für Lebensversicherungen müsse wohl bald unter den jetzt gültigen Wert von 3,25 Prozent gesenkt werden. Heute betont die Allianz, daß dies keine Meinungsäußerung Rupprechts gewesen sei, sondern eine Erklärung der Fakten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) orientiere sich bei der Festlegung des Garantiezinses, den eine Lebensversicherung ihren Kunden mindestens zu zahlen habe, anhand einer Formel, die auf der Umlaufrendite der zurückliegenden Jahre fußt. (sup.)

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