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Verpackungsgesetz soll helfen : Die Deutschen produzieren mehr Müll

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Viel Müll heißt viel zu tun für die Müllmänner. Bild: Archiv Stadtverwaltung Mainz

Das Müllaufkommen in Deutschland steigt. Vor allem der Biomüll wird mehr. Ein neues Recyclinggesetz soll Abhilfe schaffen – und Supermärkte in die Pflicht nehmen.

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          Die Müllabfuhren hatten 2017 mehr zu tun. Insgesamt 38,3 Millionen Tonnen Abfälle wurden vergangenes Jahr bei den Haushalten eingesammelt, 0,2 Millionen Tonnen mehr als 2016. Das gab das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden bekannt.

          Grund für den Anstieg war die höhere Bevölkerungszahl. Das Müllaufkommen je Person liegt unverändert bei 462 Kilogramm. Allerdings änderte sich die Zusammensetzung des Mülls leicht. Die Deutschen verursachten mit 158 Kilogramm Restmüll je Einwohner 1 Kilogramm weniger als 2016. Das Sperrmüllaufkommen stieg dagegen um 1 Kilogramm auf 30 Kilogramm je Einwohner. Haus- und Sperrmüll machen zusammen 40 Prozent des Mülls aus.

          Die restlichen 60 Prozent verteilen sich auf den Bioabfall und Wertstoffe. Der Biomüll liegt bei 125 Kilogramm je Einwohner. Das bedeutet einen Anteil von etwas mehr als einem Viertel am insgesamt verursachten Müll und den höchsten Wert seit der ersten Erhebung 2004. Die Wertstoffe sind für auf ein Drittel des Müllaufkommens verantwortlich. Zu den Wertstoffen zählen Papier, Verpackungen und Glas.

          Neues Verpackungsgesetz

          Ab Januar soll ein neues Verpackungsgesetz das Müllaufkommen senken. Das sieht einige neue Regelungen vor: Supermärkte werden verpflichtet, mit Schildern an Getränkeregalen deutlich zu machen, ob dort Mehrweg- oder Einwegflaschen angeboten werden. Das soll Kunden helfen, sich beim Einkaufen bewusster zu entscheiden.

          Zudem müssen sich Hersteller von Verpackungen ab Januar in einem öffentlichen Register anmelden. So soll sichergestellt werden, dass sie die fällig werdenden Lizenzentgelte auch zahlen, die das Recyclingsystem finanzieren. Für besser wiederverwertbare Verpackungen werden weniger Entgelte fällig. Und die Recyclingquoten steigen schrittweise an.

          Die Chefin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger, sieht nun die Hersteller in der Pflicht: „Unnötige Verpackungen müssen vermieden werden, wo es geht oder durch wiederverwendbare Mehrwegverpackungen ersetzt werden“, sagt sie. Wenn es Einwegverpackungen sein müssen, sollten diese möglichst gut recyclingfähig sein. Verbraucher ruft sie auf, das Recyclingsystem zu unterstützen: „Restmüll gehört nicht in den gelben Sack oder die gelbe Tonne, denn er erschwert Sortierung und Recycling der Verpackungsmaterialien.“

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