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Wirtschaftsweisen : Der Sachverständigenrat wird weiblicher

Die Nürnberger Professorin Veronika Grimm soll die Wirtschaftsweisen verstärken. Bild: Giulia Iannicelli

Veronika Grimm und Monika Schnitzer sollen in das Beratergremium der Bundesregierung einziehen. Die Reaktionen auf die Besetzung der beiden Wissenschaftlerinnen fallen positiv aus – doch es gibt einen Makel.

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          Die Würfel sind gefallen. Nach monatelanger Suche hat die Bundesregierung nun Monika Schnitzer von der Ludwig-Maximilians-Universität München und die Nürnberger Professorin Veronika Grimm für den Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung nominiert. Zum ersten Mal seit der Gründung des wichtigsten wirtschaftlichen Beratergremiums der Bundesregierung im Jahr 1964 sollen damit gleich zwei Frauen in den Kreis der „Wirtschaftsweisen“ einziehen – sofern das Kabinett zustimmt, was noch nicht sicher ist. Schnitzer und Grimm würden damit Isabel Schnabel beerben, die als Direktorin zur EZB gewechselt ist, sowie den bisherigen Ratsvorsitzenden Christoph Schmidt, dessen Mandat im März endet.

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          Die Berufung der beiden Forscherinnen stößt unter Ökonomen auf Zustimmung. Schnitzer, die 2015 und 2016 als erste Frau dem „Verein für Socialpolitik“, der größten Ökonomenvereinigung im deutschsprachigen Raum, vorstand, ist besonders auf dem Feld der Innovationsforschung profiliert. Die 58-Jährige hat seit fast zwei Jahrzehnten Erfahrungen in der Politikberatung. Die Verhaltensökonomin Grimm, Jahrgang 1971, forscht im Bereich der Energieökonomie zu Auktionierungsverfahren, Netzen und Verbraucherfragen. Sie gehört unter anderem dem Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums an. Amtsvorgängerin Schnabel gratulierte über Twitter und bezeichnete beide Frauen „als exzellente Wahl, die wichtige Forschungsfelder abdecken“. In Kreisen des Sachverständigenrats war zu vernehmen, man sei „angetan“ von der Wahl. Energieökonom Andreas Löschel von der Uni Münster lobte seine Fachkollegin Grimm und betonte: „Das gibt dem Klimathema noch einmal eine andere Sichtbarkeit.“

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