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Dieselskandal : Verlängerung im VW-Prozess

Der VW-Abgasskandal ist juristisch noch immer nicht ausgestanden. Bild: dpa

Umfangreiche Akten und verhärtete Fronten: Für den Musterprozess zwischen VW und seinen Anlegern vor dem Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig ist kein schnelles Ende in Sicht.

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          HAMBURG. Im Rechtsstreit zwischen Volkswagen und Dieselfahrern, die sich durch Manipulationen an Dieselmotoren betrogen fühlten, ist ein Ende in Sicht. Bis Ende des Jahres will sich der Wolfsburger Konzern nach einigen Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs im Mai und im Juli in den verbliebenen rund 50 000 offenen Verfahren mit den Klägern auf einen Vergleich einigen und den Abgasskandal zu den Akten legen. Ganz anders sieht es im milliardenschweren Musterprozess von Investoren aus, die sich von VW zu spät über die Abgasmanipulationen informiert fühlen. Niemand im Saal könne eine verlässliche Prognose zur weiteren Verfahrensdauer geben, sagte Richter Christian Jäde am Dienstag am Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig. „Es ist davon auszugehen, dass wir uns auch im nächsten Jahr hier treffen, um Detailarbeit zu machen“, sagte der Richter.

          Der Klägeranwalt ist zuversichtlich

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Der Braunschweiger Prozess nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) dauert bereits zwei Jahre. Zu komplex und umfangreich ist das Verfahren, als dass es schnell zu einer Entscheidung kommen könnte. Allein die Schriftsätze umfassen nach Angaben einer Gerichtssprecherin rund 5500 Blatt Akten. Dazu kommen ihr zufolge zahlreiche Anlagen und mittlerweile 21 Privatgutachten. Die Fronten blieben auch am Dienstag verhärtet. Volkswagen will die Folgen des Diesel-Betrugs, die den Konzern bereits rund 32 Milliarden Euro gekostet haben, hinter sich lassen. Das Unternehmen wirft den Klägern vor, in diesem Verfahren immer wieder von Kernfragen abzulenken. Anwalt Andreas Tilp, der die Musterklägerin Deka Investment vertritt, sieht das anders. Er gibt sich zuversichtlich, Ansprüche der Investoren durchsetzen zu können. Den aktuellen Streitwert beziffert das Oberlandesgericht Braunschweig auf etwas mehr als 4 Milliarden Euro.

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