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Verkehr : Dobrindt will Seehäfen besser ans Bahnnetz anbinden

Ein Frachter wird im Rostocker Hafen mit Weizen beladen Bild: ZB

Der Verkehrsminister will mit einem 300 Millionen Euro schweren Programm auf den wachsenden Güterumschlag an deutschen Häfen reagieren. Mehr Güter sollen künftig auf der Schiene weitertransportiert werden können.

          Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) straft die Vermutung Lügen, er interessiere sich als Bayer nicht für Norddeutschland: Um die deutschen Seehäfen besser an das Hinterland anzubinden, will er ein neues millionenschweres Schienen-Programm auflegen. Das hat Dobrindt jetzt mit den norddeutschen Ländern vereinbart. „Wir müssen die Kapazitäten im bestehenden Netz stärken und weiter ausbauen“, sagte Dobrindt dieser Zeitung am Donnerstag in Berlin. Nur so werde es gelingen, den wachsenden Güter- und Personenverkehr zu bewältigen. „Das erste Programm zur Seehafen-Hinterlandanbindung, das 2013 ausgelaufen ist, hat sich hervorragend ausgewirkt. Deshalb planen wir die Neuauflage, ein Seehafen-Hinterlandanbindungs-Programm II. Das ist gut für die Häfen, gut für Knotenpunkte und gut für die gesamte Volkswirtschaft in Deutschland.“

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Das Programm soll Anfang 2015 beginnen und über fünf Jahre dauern. Nach Dobrindts Vorstellung soll es wie das erste Programm mit rund 300 Millionen Euro dotiert sein. Dobrindt sagte, es gehe darum, Engpässe zu beseitigen. Mit überschaubaren Maßnahmen ließen sich erhebliche Kapazitätserweiterungen erreichen. Punktuelle Maßnahmen könnten sofort umgesetzt werden – ohne zeitaufwendige Baurechtsverfahren oder den Nachweis weiterer Untersuchungen. Wie im ersten Programm soll sich die Bahn spürbar an den Ausbaukosten beteiligen. An dem ersten Programm hatte sie mit 50 Millionen Euro rund ein Sechstel der Kosten getragen. Dobrindt sagte, Bahn-Chef Rüdiger Grube habe das neue Vorhaben schon gutgeheißen.

          Bis 2030 wird ein 74 Prozent höherer Umschlag erwartet

          Nach Schätzungen wird der Umschlag der deutschen Seehäfen von 2010 bis 2030 um 74 Prozent steigen. Das Umschlagvolumen wird von 269 Millionen auf 468 Millionen Tonnen im Jahr zunehmen. Als Beispiel für einen Flaschenhals in der Infrastruktur nennt Dobrindt den Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg: Da könne man „mit ein paar Millionen viel machen“. In einem Papier des Ministeriums heißt es, die derzeit eingeschränkte Durchfahrt der Bahnhöfe Maschen und Harburg und die eingeengte eingleisige Anbindung des westlichen Hafens in Hamburg-Harburg erschwerten den Güterzugverkehr. „Der Neu- und Umbau von Weichen und Gleisen im Bereich der Bahnhöfe Hamburg, Harburg und Maschen steigert die Kapazität in diesen Engstellen. In diesem Zusammenhang werden in Rothenburgsort zudem Puffergleise errichtet, und in Hausbruch wird eine Blockverdichtung vorgenommen, mit der Parallelfahrten ermöglicht werden.“ Das Projekt werde voraussichtlich rund 34 Millionen Euro kosten; im Juli soll die Planfeststellung fertig sein.

          Mit dem neuen Programm können auch einige „Teilmaßnahmen“ des vorigen Sonderprogramms erledigt werden, die „wegen zeitaufwendiger Planungen und der Realisierungsdauer“ nicht ganz realisiert werden konnten, darunter nicht nur die „Hittfelder Kurve“ (auch im Knoten Hamburg), sondern auch die verbesserte Anbindung entfernter Bahnhöfe wie des Umschlagbahnhofs Ulm-Dornstadt.

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