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Verkehr : Toll Collect beendet Probezeit

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Nach dem planmäßigem Ende der Generalprobe für das satellitengestützte Lkw-Mautsystem in Deutschland rechnen die Betreiber mit einem pünktlichen Start.

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          Dem Start der Lastwagenmaut am 1. Januar 2005 steht fast nichts mehr im Weg. Das Mautunternehmen Toll Collect hat den zehnwöchigen Probebetrieb für die satellitengestützte Lastwagenmaut am Dienstag mit einem positiven Fazit beendet. In dieser Zeit mußte Toll Collect nachweisen, daß das System "unter betriebsnahen Bedingungen" in vollem Umfang funktioniert. Das Mautunternehmen und das Bundesverkehrsministerium äußerten sich in Berlin optimistisch, daß die Erhebung der Maut wie geplant am 1. Januar 2005 beginnen könne. Bis 15. Dezember soll ein Gutachter entscheiden, ob das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) die vorläufige Betriebserlaubnis erteilen kann. In Zwischenberichten hatte sich der Gutachter ebenfalls zuversichtlich für den Start des elektronischen Mautsystems gezeigt.

          Wegen technischer Schwierigkeiten hatte Toll Collect, hinter dem die Konzerne Daimler-Chrysler, Deutsche Telekom und der französische Autobahnbetreiber Cofiroute stehen, die Einführung der Lastwagenmaut zweimal verschieben müssen. Eigentlich war schon der 31. August 2003 als erster Starttermin vorgesehen gewesen. Die aus den Verzögerungen resultierenden Einnahmeeinbußen des Bundes summieren sich auf Milliardenbeträge. In einem Schiedsverfahren fordert die Bundesregierung von Toll Collect 4,6 Milliarden Euro. Dabei wird der Schadensersatz wegen entgangener Einnahmen auf 3,56 Milliarden Euro beziffert; die Forderung nach Vertragsstrafen beläuft sich auf 1,02 Milliarden Euro. Hier handelt es sich etwa um Vertragsverstöße wegen der Nichtvorlage von Verträgen der Subunternehmer. Die Vertragsstrafen wegen der Maut-Verspätung von 183 Millionen Euro im Jahr zahlen die Konsortialpartner bereits.

          Der Bundesverband Güterverkehr Entsorgung und Logistik (BGL) warnte am Dienstag abermals vor einem Chaos vor den Mautterminals an Tankstellen und Raststätten zu Jahresbeginn, weil zu wenige Lastwagen mit automatischen Erfassungsgeräten (On Board Units) ausgestattet seien. Tatsächlich wird dieser Mangel in den ersten Monaten nach dem Mautstart voraussichtlich die größte Schwachstelle des Systems sein. Ursprünglich war anvisiert, bis Jahresende rund 500000 Geräte in deutsche und ausländische Fahrzeuge einzubauen, um eine reibungslose Erhebung via Satellit zu gewährleisten. Nach dem derzeitigen Stand werden indessen nur rund 320000 Geräte eingebaut sein.

          Das Bundesverkehrsministerium wies die Vorwürfe des Spediteursverbandes, der Toll Collect für den schleppenden Einbau der Geräte verantwortlich macht, unterdessen zurück. Alle Spediteure hätten die Möglichkeit, sich rechtzeitig ein Erfassungsgerät zu bestellen, sagte ein Ministeriumssprecher. Außerdem stehe noch das Internet für die Mautbuchung zur Verfügung.

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