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Verkauf trotz Lockdown : Streit um geöffnete Douglas-Filialen

Die Parfümerie-Kette Douglas will einzelne Filialen während des Lockdown als Drogeriestores öffnen. Bild: dpa

Parfümerie im Drogeriegewand: Die Handelskette Douglas hält im Lockdown einzelne Filialen offen. In Frankfurt war beispielsweise ein Geschäft geöffnet. Verdi kritisiert das Vorgehen.

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          Um die Frage, wie der Einzelhandel mit dem Lockdown umgehen soll, ist am Mittwoch der erste Streit entbrannt. Der hessische Landesverband der Gewerkschaft Verdi warf der Handelskette Douglas vor, die neuen Vorschriften zur Schließung zu unterlaufen. Die Parfümerie wolle offenbar kurzerhand zur Drogerie werden, indem Dekorationsartikel und Schmuck weggeräumt und Drogerieartikel an den Eingang gestellt würden. So nämlich heiße es in einem Schreiben der Zentrale an die Filialen, in dem weiter zu lesen sei, etwaigen Kontrolleuren solle erklärt werden, dass es sich um einen „Drogeriestore“ handele.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          „Wir versuchen eine zwangsweise Verriegelung unserer Läden zu verhindern, indem wir den Beamten signalisieren, dass wir den Anordnungen Folge leisten“, heißt es Verdi zufolge außerdem in der Anweisung an die Filialen. Das Verhalten der Düsseldorfer Kette müsse schnellstens unterbunden werden, so die Gewerkschaft, es sei „anrüchig“.

          Luxusartikel zur Seite räumen

          Aus der Douglas-Zentrale hieß es dazu, es würden diejenigen Filialen geschlossen, die sehr auf Luxus-Produkte ausgerichtet seien. Jene hingegen, in denen das klassische Drogerie-Sortiment im Vordergrund stehe, blieben für den Verkauf genau dieser Produkt geöffnet. Das gelte aber insgesamt nur für einen „kleinen Teil“ der Douglas-Filialen. Die Öffnung von Drogerien sei ausdrücklich weiter erlaubt, hieß es in Düsseldorf weiter.

          Die Pressestelle der Handelskette wies außerdem darauf hin, dass der Begriff der Drogerie rechtlich nicht spezifiziert sei. Im allgemeinen Sprachgebrauch würden darunter Einzelhandelsbetriebe verstanden, die unter anderem Körperpflege-, Schönheits-, Kosmetik- und Hygieneprodukte verkaufen. Andere große Drogerieketten böten ein vergleichbares Sortiment an. Weiter hieß es, in den Geschäften würden alle Hygienebestimmungen beachtet.

          Douglas unterhält in Deutschland etwa 400 Filialen. Von den fünf Geschäften in Frankfurt war am Mittwoch nach Angaben der Konzernzentrale lediglich die im Bahnhofsviertel geöffnet. Zwei andere Filialen boten die in Hessen erlaubte Möglichkeit an, bestellte Waren abzuholen, darunter die große Filiale an der Zeil, die zu den Flaggschiffen der Handelskette zählt. Die beiden Geschäfte selbst waren jedoch ebenso wie die anderen in der Stadt geschlossen.

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