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Entscheidung gegen Telekom : IBM soll offenbar digitalen Impfpass entwickeln

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Von Juni an digital: Ein klassischer, gelber Impfpass in Papierform. Bild: dpa

In der aktuellen Impfdebatte setzt der Bund offenbar auf die Dienste des amerikanischen IT-Konzerns. Außen vor bleibt einem Medienbericht zufolge diesmal die Deutsche Telekom.

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          Der Bund hat den Auftrag für einen digitalen Impfpass an IBM vergeben. In dem Vergabeverfahren soll sich das amerikanische Unternehmen gegen die Konkurrenz durchgesetzt haben, darunter unter anderem die Deutsche Telekom. Der deutsche Mobilfunkanbieter hatte im vergangenen Jahr zusammen mit SAP die Corona-Warn-App entwickelt. In dem aktuellen Vergabeverfahren galten IBM und Telekom zuletzt als Favoriten. Das berichtet „Business Insider“ unter Berufung auf Regierungskreise. Auf Nachfrage der F.A.Z. wollte die Telekom den Vorgang am Montagabend nicht kommentieren.

          Das Gesundheitsministerium habe zuletzt mehrere Unternehmen angeschrieben und um Angebote gebeten, heißt es in dem Bericht. Laut Ausschreibungsunterlagen, auf die „Business Insider“ Bezug nimmt, soll der digitale Impfpass geimpften Personen künftig in den Impfzentren, Arztpraxen und bei anderen Leistungserbringern über Impfzertifikate erhältlich sein.

          Die Rede ist davon, dass dieses Zertifikat zunächst in Papierform oder direkt in einer Impfnachweis-App auf einem Smartphone übergeben werden soll. In letzterer Variante, so schreibt das Online-Magazin, soll ein individueller QR-Code unmittelbar gescannt werden können. Dadurch ist den Ausschreibungsunterlagen zufolge „eine datenschutzkonforme Prüfung des COVID-19 Impfstatus durch Dritte“ möglich. Weiterhin heißt es, dass das Prüfzertifikat auch in einer Art elektronischen Geldbörse auf dem Mobiltelefon gespeichert werden kann. Kommt es zu einer Prüfung durch Dritte, müssten sich geimpfte Personen durch ein weiteres Ausweisdokument legitimieren.

          Arbeit an Impfnachweis-App

          Zudem entwickelt IBM nach Angaben des Medienberichts eine Impfnachweis-App, über die sich der Zugang zu Restaurants, Geschäften, Fitnessstudios, Restaurants, Hotels und anderen Einrichtungen regeln lassen soll. Sie soll auch in dem Fall zum Einsatz kommen, wenn die Corona-Vorschriften in Zukunft regeln müssten, ob nur Geimpfte Zutritt zu den Einrichtungen erhalten. Das sollte aber in jedem Fall nur dann ermöglicht werden, wenn es grundsätzlich Öffnungen gibt, schreibt „Business Insider“ unter Berufung auf den Plan der Bundesregierung. „Eigene Sonderregeln des Staates für Geimpfte wie in anderen Ländern soll es nach wie vor nicht geben.“

          Aus den Ausschreibungsunterlagen gehe hervor, dass IBM für ein Zertifikat 50 Cent erhalte. Ausgehend von einer Impfquote von 80 Prozent in diesem Jahr, also etwa 65 Millionen Menschen in Deutschland, habe der Auftrag einen Wert von mehr als 32,5 Millionen Euro. Den vertraulichen Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium zufolge soll der digitale Impfpass „acht Wochen nach dem Zuschlag“ fertig sein und dann in eine Testphase gehen. Schon von Juni an könnten Geimpfte den Impfpass in Arztpraxen und Impfzentren erhalten.

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