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Vereinigte Staaten : Trendwende am Arbeitsmarkt bleibt aus

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Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten ist im Juni unerwartet stark auf den höchsten Stand seit mehr als neun Jahren gestiegen.

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          Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten ist im Juni unerwartet stark auf den höchsten Stand seit mehr als neun Jahren gestiegen. Zugleich ging die Zahl der Beschäftigten überraschend weiter zurück.

          Wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte, erhöhte sich die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat auf 6,4 Prozent von 6,1 Prozent im Mai. Das ist das höchste Niveau seit April 1994. Hier war im Durchschnitt eine Quote von 6,2 Prozent erwartet worden.

          Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft sank im Vergleich zum Vormonat um 30.000. Analysten hatten demgegenüber einen unveränderten Stand prognostiziert. Zudem wurde für Mai der vorläufig gemeldete Rückgang um 17.000 auf minus 70.000 revidiert. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erhöhte sich unterdessen ebenfalls unerwartet. Sie stieg auf 430.000 von 409.000 in der Vorwoche. Analysten hatten im Schnitt mit 410.000 Anträgen gerechnet.

          Geldpolitische Impulse wirken noch nicht

          Seit Jahresbeginn sind der amerikanischen Wirtschaft damit über 230.000 Arbeitsplätze verlorengegangen. Händlern zufolge zeigten die Konjunkturdaten, daß der geldpolitische Impuls am amerikanischen Arbeitsmarkt noch nicht wirke. Volkswirte sagten in einer ersten Reaktion, daß die Unternehmen nach wie vor bemüht seien, angesichts des unsicheren Umfelds Kosten zu senken und Investitionen zurückzuhalten. Beides schlage sich negativ auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt nieder.

          Die niedrigen Leitzinsen der amerikanischen Notenbank und die bisherigen sowie anstehenden Steuersenkungen würden zur Zeit wirkungslos am Arbeitsmarkt vorbeigehen. So sei auch das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft im ersten Quartal mit annualisiert 1,4 Prozent zu gering gewesen, um neue Stellen zu schaffen. Vor diesem Hintergrund erscheint es wahrscheinlich, daß die Federal Reserve in absehbarer Zeit noch einmal ihre Leitzinsen, die mit 1,00 Prozent auf dem tiefsten Stand seit rund 45 Jahren sind, senken dürfte.

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