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Verdi sieht „Generalangriff“ : Einzelhandel kündigt Tarifverträge

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Im Einzelhandel mit seinen 2,7 Millionen Beschäftigten kündigt sich ein überraschender Tarifkonflikt an. Was hinter den Kulissen nicht gelang, will der Handelsverband jetzt offen austragen. „Alte Tarifzöpfe“ sollen abgeschnitten werden. Die Gewerkschaft Verdi ist empört.

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          Der Handelsverband Deutschland (HDE) teilte am Donnerstag mit, bis Mitte des Jahres sämtliche Tarifverträge mit der Gewerkschaft Verdi kündigen zu wollen. Sie stammten im Kern aus den 50er und 60er Jahren, eine Modernisierung sei überfällig, sagte HDE-Tarifgeschäftsführer Heribert Jöris der Nachrichtenagentur dpa. Die Branche wolle „alte Tarifzöpfe“ abschneiden. Verdi reagierte empört.

          Jöris sagte, nötig sei eine neue Definition der Berufe und entsprechende Eingruppierung. Der Verband wolle sich von der bisherige Einteilung in Angestellte und gewerbliche Arbeitnehmer verabschieden. Es gehe nicht darum, am Volumen der Löhne und Gehälter etwas zu ändern.

          Verdi: „Wir sehen das als einen Generalangriff auf die Tarifverträge“

          Verdi-Sprecherin Christiane Scheller sagte. „Wir sehen das als einen Generalangriff auf die Tarifverträge. Damit wird der Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel weiter angeheizt.“

          Dagegen nennt der Arbeitgeberverband HDE als Ziel der Neuverhandlung, Tarifverträge für die Unternehmen attraktiver zu machen, so dass künftig wieder mehr Beschäftigte nach Tarif bezahlt werden. Nach Untersuchungen habe das zuletzt auf die Hälfte der Beschäftigten zugetroffen. Ein weiteres Viertel arbeite in Unternehmen, die die Regeln des Tarifvertrags oder große Teile davon im Arbeitsvertrag vereinbaren.

          Nach HDE-Angaben bemühten sich beide Seiten seit den 90er Jahren um eine einvernehmliche Lösung. Verdi sei im vergangenen Sommer nach zehn Jahren aus einer gemeinsamen Arbeitsgruppe ausgestiegen.

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