https://www.faz.net/-gqe-981xn

Noch vor Ostern : Verdi kündigt Warnstreiks im öffentlichen Dienst an

  • Aktualisiert am

Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn. Bild: dpa

Erzieher, Bundespolizisten, Mitarbeiter von Müllabfuhr, Kliniken und Sparkassen: Für 2,3 Millionen Beschäftigte versuchen die Gewerkschaften, mehr Gehalt rauszuholen. Bislang ohne Ergebnis.

          Im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst hat Verdi-Chef Frank Bsirske mit einer Ausweitung der Warnstreiks gedroht. In keinem wesentlichen Punkt gebe es eine Annäherung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sagte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft am Dienstag in Potsdam. „Wenn das auf diesem Stand bleibt, wird es eine Ausweitung der Warnstreiks geben.“

          Verhandelt wird für 2,3 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen, unter anderem für Erzieher, Mitarbeiter von Müllabfuhr, Straßenreinigung, Kliniken, Sparkassen und Bundespolizisten. Die abschließende Verhandlungsrunde ist für Mitte April vorgesehen.

          Fundamental auseinander lägen Gewerkschaften und Arbeitgeber bei Höhe und Struktur eines möglichen Abschlusses, sagte Bsirske. Verdi und der Beamtenbund dbb, der auch Angestellte vertritt, fordern um sechs Prozent höhere Löhne und einen Mindestbetrag von 200 Euro mehr im Monat.

          „Es ist ziemlich deutlich, dass die Arbeitgeber an einen Mindestbetrag für die unteren und mittleren Entgeltgruppen nicht heranwollen“, so Bsirske. „Damit laufen wir Gefahr, am Ende eine Erhöhung zu kriegen, die für diesen Bereich unzureichend ist - und das werden wir nicht machen.“ Er rechne nicht mit einem Angebot der Arbeitgeber bis zum Abend. Dann soll die laufende zweite Verhandlungsrunde enden.

          In den unteren Lohngruppen würde der geforderte Mindestbetrag laut kommunalem Arbeitgeberverband VKA ein Lohnplus von bis zu 11,4 Prozent ausmachen. Hiervon betroffen seien vor allem haushaltsnahe Dienstleistungen in Kliniken, Hilfs- und Betreuungskräfte in Pflegeeinrichtungen, Bodenverkehrsdienste an Flughäfen, Nahverkehr und Abfallentsorgung. Ein Abschluss gemäß der Gewerkschaftsforderungen würde die Kommunen laut VKA mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro zusätzlich belasten.

          Weitere Themen

          „Tarifverhandlungen erneut gescheitert“ Video-Seite öffnen

          GDL-Chef Weselsky : „Tarifverhandlungen erneut gescheitert“

          Die Deutsche Bahn habe ein „beispielloses Schauspiel“ geboten, erklärt Gewerkschaftschef Claus Weselsky. Mögliche Streiks in der Weihnachtszeit oder zu Jahresbeginn seien aber vorerst nicht vorgesehen.

          Wo unsere Smartphones herkommen Video-Seite öffnen

          Von Afrika über China zu uns : Wo unsere Smartphones herkommen

          Wir benutzen sie jeden Tag, doch wir fragen uns selten, wo sie herkommen: Der Weg eines Smartphones beginnt in Afrika und Südamerika und führt zu riesigen Fabriken in China. Unsere Grafik nimmt Sie mit auf die Reise.

          Topmeldungen

          Kommentar zu Straßburg : Das ist deutsche Hybris

          Kann es uns wirklich besser als Franzosen, Briten und Spaniern gelingen, die Ausbreitung von integrationsunwilligen Parallelgesellschaften zu verhindern? Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.