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Verdi-Chef Bsirske : „Kita-Streik könnte am Donnerstag enden“

  • Aktualisiert am

Frank Bsirske Bild: Helmut Fricke

Seit drei Wochen streiken die Erzieherinnen in den Kitas. Nun kommt Bewegung in den Tarifkonflikt. Im Gespräch mit der Sonntagzeitung macht Verdi-Chef Bsirske Eltern Hoffnung.

          In den Kita-Streik kommt Bewegung: „Ich kann Ihnen Hoffnung machen, dass der Streik in der kommenden Woche beendet wird“, sagte Frank Bsirske, Vorstand der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Von Montagabend 18 Uhr an verhandelt Bsirske wieder mit den Vertretern des Verbands kommunaler Arbeitgeber. Bis Mittwoch soll ein Ergebnis stehen, über das Verdi voraussichtlich am Donnerstag abstimmen kann. Dann könnten die Streiks enden.

          Vorher allerdings nicht. Denn das neue Angebot der Arbeitgeber ist für Bsirske „nur die Wiederholung des Standes, der uns in der fünften Verhandlungsrunde auch schon vorgelegt wurde. Solange kein annehmbares Ergebnis der Verhandlungen vorliegt, streiken wir weiter.“

          Das Verhalten der Kita-Betreiber gegenüber den betroffenen Eltern kritisierte Bsirske: „Die Kommunen kassieren derzeit von den Eltern Beiträge für Leistungen, die sie gar nicht erbringen, und sparen gleichzeitig Personalkosten, weil die Gewerkschaft diese über die Streikunterstützung übernimmt“, sagte er. Die Kommunen glaubten offenbar, dass sie den Konflikt aussitzen könnten. Das Kalkül der Hardliner sei: „Den Streik auszusitzen und zu hoffen, dass sich am Ende der Unmut der Eltern gegen die Beschäftigten richtet“, sagte Bsirske der F.A.S.

          Im Tarifkonflikt mit der Post geht Bsirkse im Interview auf Konfrontation mit dem Konzernvorstand: „Die kriegen den Hals nicht voll“, sagte Bsirske:  „Wenn der Post-Vorstand seinen Kurs so weiterfährt, dann laufen wir auf eine massive Konfrontation zu.“ Bsirske kündigte an, die bisherigen Warnstreiks dann zu echten Streiks auszuweiten. Man könne beim Marktführer erwarten, „dass er auch bei der Entlohnung vorne liegt“, sagte der Gewerkschafter: „Zumal in einer Situation, da der Vorstandsvorsitzende für 2020 fast eine Verdoppelung der Gewinne verspricht, höhere Dividenden avisiert, dabei wahrscheinlich höhere Gehälter für die Führung ansetzen wird. Gleichzeitig kündigt er an, das Lohnniveau für die Beschäftigten zu senken.“

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