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Verdi bleibt hartnäckig : Streiks bei Amazon bis Samstag verlängert

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Verdi bleibt hartnäckig: Streiks bei Amazon werden bis Samstag verlängert Bild: dpa

Der Endspurt im Weihnachtsgeschäft wird für Amazon hart: Verdi hat zu Streiks bis einschließlich Samstag aufgerufen.

          2 Min.

          Die Gewerkschaft Verdi richtet mit verlängerten Streiks an Amazon-Standorten eine verschärfte Kampfansage an den Online-Versandhändler. Zum Endspurt des Weihnachtsgeschäftes soll der Ausstand am bundesweit größten Amazon-Standort in Bad Hersfeld bis einschließlich Samstag fortgesetzt werden, wie Verdi Hessen am Mittwoch erklärte. Beschäftigte des Warenlagers in Werne (NRW) wollen den Protest ebenfalls bis zu diesem Tag verlängern. Vorausgegangen war ein Votum der streikenden Mitarbeiter. Auch an anderen Standorten scheint eine Ausweitung der Ausstände möglich. Die Gewerkschaft gab dazu aber noch keinen Überblick.

          Ob es durch die Streiks in großem Stil zu Verzögerungen kommt im Versand der Päckchen, ist unklar. Um ein Bild zu bekommen, fragen wir unsere Leser: Macht Verdi Ihr Weihnachten kaputt? 

          Amazon bestreitet eventuelle Betriebsstörungen. Das Unternehmen verfüge über ein europaweites Logistiknetzwerk mit 28 Standorten und könne jederzeit auf die Streiks reagieren. Unternehmenssprecherin Anette Nachbar versicherte, dass kein Päckchen liegen bleibe.

          Am Mittwoch wurde der am Montag begonnene und zunächst auf drei Tage angesetzte Streik fortgesetzt. Mittlerweile beteiligen sich sechs von neun Standorten bundesweit. Neben Bad Hersfeld und Werne sind Leipzig, Graben (Bayern), Rheinberg (NRW) und Koblenz dabei. Nach Angaben von Amazon nahmen in der Frühschicht bundesweit 1100 Mitarbeiter am Streik teil. Mit sechs Tagen Streikdauer plant die Gewerkschaft einen der längsten Ausstände bei dem Versandhändler. Vor einigen Wochen wurde schon mal sechs Tage hintereinander in Bad Hersfeld gestreikt.

          Für Mittwochmittag war eine Kundgebung in Koblenz geplant. Zu der Veranstaltung reisten auch Mitarbeiter aus Nordrhein-Westfalen und Bad Hersfeld an. Ein Gewerkschaftssprecher rechnete mit insgesamt 750 Teilnehmern. Auch die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) kam nach Koblenz. „Ich finde es bedauerlich, dass die Geschäftsführung von Amazon bislang nicht zu Gesprächen bereit war“, sagte sie. Sie sehe ihre Rolle als Arbeitsministerin, den Weg zu Gesprächen zu bereiten.

          Verdi-Sprecherin Eva Völpel sagte in Berlin: „Wir werden den Druck aufrechterhalten und ausbauen. Die Streiks werden Amazon im Weihnachtsgeschäft treffen - auch wenn das Unternehmen verzweifelt versucht, den Eindruck zu erwecken, dass alles gut läuft.“

          Die Gewerkschaft will bei Amazon einen Tarifvertrag zu den Konditionen des Einzelhandels durchsetzen. Amazon lehnt das strikt ab. Der amerikanische Konzern sieht sich selbst als Logistiker. Die Bezahlung der Mitarbeiter in den deutschen Versandlagern liege am oberen Ende dessen, was in der Logistik-Branche üblich sei. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Verdi ruft seit 2013 immer wieder zu Streiks auf. Amazon beschäftigt bundesweit an neun Standorten 20.000 Festangestellte und Saisonkräfte.

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