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Verdi-Abstimmung : Kita-Erzieher lehnen Schlichterspruch ab – Streik droht

  • Aktualisiert am

In einer Kita in Erfurt. Bild: dpa

Nach dem Schlichterspruch im Erzieher-Streik haben die Verdi-Mitglieder die Einigung abgelehnt. Es droht ein neuer Streik.

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          Im Kita-Tarifstreit haben die Mitglieder der Gewerkschaften Verdi und GEW mit großer Mehrheit den Schlichterspruch abgelehnt. In beiden DGB-Organisationen fiel die Entscheidung nach Sprecher-Angaben mit jeweils fast 70 Prozent deutlich aus. Auch bei einer Mitgliederbefragung des Beamtenbundes dbb sprachen sich über 60 Prozent der Beschäftigten aus dem Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes gegen eine Annahme des Spruchs aus. Wie ein Verdi-Sprecher am Samstag mitteilte, berät nun eine Delegierten-Konferenz in Fulda über mögliche Streiks und das weitere Vorgehen.

          Die Gewerkschaft will eine soziale Aufwertung der Erzieherberufe. Das trifft in der Gesellschaft grundsätzlich auf große Zustimmung. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, gesellschaftliche Anerkennung müsse sich auch in finanzieller Anerkennung niederschlagen. Er wollte eine bessere Bewertung der Tätigkeit im Erzieher- und Sozialdienst durch bessere Eingruppierungen. Das bedeutet je nach Blickwinkel im Schnitt eine Lohnsteigerung um zehn Prozent. Er stellte die Kita-Erzieher auf einen großen Streik ein.

          So viel sind die öffentlichen Arbeitgeber allerdings nicht bereit zu zahlen. Auch die Schlichter, der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und der einstige Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD), wollten ihnen so viel nicht bewilligen. Sie gingen aber weit über das Angebot der Arbeitgeber hinaus.

          „Große finanzielle Probleme“

          Die Schlichter schlugen für fünf Jahre je nach Berufsgruppe Steigerungen von 2 bis 4,5 Prozent vor. Einige Gruppen wie Kita-Erzieherinnen mit mehreren Berufsjahren oder Kita-Leiter und Beschäftigte in der Behindertenhilfe würden dabei ganz gut abschneiden, andere gingen praktisch leer aus. Verdi sagt dazu, dies sei keine echte Aufwertung, höchstens gehe der Vorschlag einen kleinen Schritt in die richtige Richtung.

          Auch die Kommunen waren nicht richtig zufrieden mit dem Schlichterspruch. „Der Schlichterspruch stellt viele Kommunen vor große finanzielle Probleme“, sagt der Präsident des Arbeitgeberverbands VKA, Thomas Böhle. Der Schlichterspruch geht weit über das VKA-Angebot vom Mai hinaus.

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          Die Erzieher müssten wohl weiter streiken, um höhere Gehälter durchzusetzen. Doch das Verständnis in der Öffentlichkeit für die Belange der Erzieherinnen hat schon deutlich abgenommen. Ein Dilemma für die Verdi-Spitze.

          Egal wie die Beratungen in Fulda ausgehen, auf jeden Fall werden die Gespräche mit den kommunalen Arbeitgebern für die rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst am kommenden Donnerstag (13. August) wieder aufgenommen.

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