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Gasumlage und Strompreise : Verbraucherschützer empfehlen, jetzt die Zählerstände abzulesen

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Jetzt nochmal ablesen, raten Verbraucherschützer. Bild: Florian Sonntag

Das könne sinnvoll sein, um womöglich überhöhte Zahlungen wegen der gekippten Gasumlage zurückfordern zu können. Kritik an den neuen Gaspreis-Plänen der Ampel kommt derweil von CDU-Chef Merz und Ifo-Präsident Fuest.

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          Verbraucherschützer raten dazu, dieser Tage die Zählerstände von Strom und Gas abzulesen und zu notieren. Das könne sinnvoll sein, um gegebenenfalls überhöhte Zahlungen wegen der im letzten Moment gekippten Gasumlage zurückfordern zu können, sagte Udo Sieverding, Energiefachmann der Verbraucherzentrale in NRW, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

          Die Gasumlage hätte eigentlich zum 1. Oktober eingeführt werden sollen, stieß allerdings auf wachsende Kritik. Erst am Donnerstag verkündete die Bundesregierung nach längerer Diskussion, dass die Umlage doch nicht kommen soll. Am Freitag wurde die Aufhebungsverordnung formal beschlossen, rückwirkend wirksam wird diese erst am kommenden Dienstag.

          Kritik von Merz und Fuest

          Nahezu alle Gasversorger hatten für Oktober schon entsprechende Preisanpassungen vorgenommen. Verbraucherschützer Sieverding empfiehlt, zu hohe Abschläge dennoch zunächst zu zahlen. Von Unternehmerseite wurde zugesichert, dass die Rückanpassung rasch geschehen und eventuell zu viel Gezahltes spätestens mit der Jahresabrechnung beglichen werde.

          Das Vorgehen der Bundesregierung mit Blick auf die geplante Gaspreisbremse sorgt derweil für Kritik von CDU-Chef Friedrich Merz und Ifo-Präsident Clemens Fuest. Merz warf der Regierung vor, zu spät zu handeln. Fuest kritisierte, dass hohe Summen in Aussicht gestellt würden, obwohl das Projekt Gaspreisbremse noch sehr unkonkret sei.

          Die Regierung hatte am Donnerstag angekündigt, dass ein „Basisverbrauch“ an Gas staatlich subventioniert und dadurch billiger werden soll. Die Details sind noch offen; die Regierung erwartet hierzu Mitte Oktober Vorschläge einer Expertenkommission. Finanziert werden soll die Gaspreisbremse über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF). Der in der Corona-Pandemie eingerichteten Fonds soll dazu mit Kreditermächtigungen in Höhe von 200 Milliarden Euro ausgestattet werden.

          Aus dem Topf soll auch Hilfe für angeschlagene Gasimporteure finanziert werden. Die Unternehmen hatten eigentlich von der Gasumlage von rund 2,4 Cent pro Kilowattstunde profitieren sollen.

          Unionsfraktionschef Merz warf der Bundesregierung vor, angesichts der Energiekrise zu spät zu handeln. „Wir sind jetzt im achten Monat dieses Krieges“ von Russland gegen die Ukraine, sagte er im Deutschlandfunk. „Wir wissen seit mindestens sechs Monaten, dass es Energieverknappungen geben wird. Und jetzt gibt es eine Kommission.“ Die Regierung müsse „jetzt wirklich schnell zu konkreten Vorschlägen“ kommen, verlangte Merz. „Das muss auch handwerklich sauber gemacht werden.“ Die Unionsfraktion sei „natürlich bereit, jetzt auch im gesetzgeberischen Verfahren mitzuwirken.“

          Ifo-Chef Fuest nannte es „lobenswert“, dass die Regierung der Energiekrise entgegentreten wolle. „Aber sie zäumt das Pferd von hinten auf“, sagte er der "Rheinischen Post". „200 Milliarden Euro zusätzliche kreditfinanzierte Ausgaben anzukündigen, ohne die Maßnahmen durchdacht und konzipiert zu haben, ist nicht sachgerecht.“

          Warnung vor weiter steigenden Preisen

          Es bestehe zudem die Gefahr, „dass die Hilfen die Nachfrage nach Energie in die Höhe schrauben“, warnte der Ökonom. „Wenn mehr Geld auf eine beschränkte Menge an Gas losgelassen wird, treibt das nur den Gasverbrauch und die Preise in die Höhe.“

          Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) betonte derweil, dass die 200 Milliarden Euro nur die Obergrenze für die Krisenbekämpfung seien. „Wir schaffen eine Kreditermächtigung bis zu 200 Milliarden für die Zeit der Krise, also für 2022, 2023 und vielleicht 2024“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Aber unsere Anstrengung muss darauf gerichtet sein, die 200 Milliarden möglichst nicht auszuschöpfen.“ Zugleich mahnte Lindner weitere Anstrengungen in der EU an, um den enorm hohen Importpreis für Gas zu deckeln. „Es geht mir darum, bizarre Übertreibungen beim Gaspreis zu bekämpfen.“

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