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Verbraucherrechte : Gutscheine für Fußballspiele, Fitness und Konzerte

Der Großveranstalter und Tickethändler „Eventim“ begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung. Bild: dpa

Gutschein statt Rückerstattung: Was von Verbraucherschützern kritisiert wird, stößt bei Unternehmern auf Zuspruch.

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          Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine umfassende Bestimmung auf den Weg gebracht, wonach Veranstalter von Sportereignissen oder Musikkonzerten, aber auch Betreiber von Freizeiteinrichtungen vor dem 8. März erworbene Eintrittskarten oder Abonnements nicht an die Kunden erstatten müssen, sondern stattdessen Gutscheine ausstellen können. Die gesetzliche Regelung soll nach Ostern vom Bundestag beschlossen werden und bezieht sich laut Entwurf, welcher der F.A.Z. vorliegt, auch auf „Schwimmbäder, Sportstudios, Tierparks, Freizeitparks oder Museen“. Die Anbieter seien berechtigt, dem Inhaber einer Nutzungsberechtigung – wie etwa einer im Voraus erworbenen Eintrittskarte, einer Monats-, Saison- oder Jahreskarte – ebenfalls einen Gutschein zu übergeben, statt das Entgelt zurückzuerstatten.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Solche Anbieter sollen angesichts des wegbrechenden Geschäfts in der Corona-Krise finanziell unterstützt werden, damit sie nicht Buchungen zurückerstatten müssen. „Veranstalter und Betreiber sind mit einer Vielzahl von Rückforderungen konfrontiert und geraten zunehmend in Liquiditätsengpässe“, sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Es gibt zwei Härtefallklauseln für Ausnahmen: Der Kunde kann das Geld trotzdem zurückverlangen, wenn ihm die Annahme des Gutscheins aufgrund seiner „persönlichen Lebensverhältnisse“ nicht zuzumuten sei, wenn er zum Beispiel in der Zwischenzeit weiter wegziehe – oder wenn der Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst werden würde.

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