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Verbotsdebatten : Deutsche Anarchie

Bild: dpa

Tempolimit, Bonpflicht, Rauchverbot – anderswo ist das selbstverständlich. Nur die Deutschen streiten darüber mit Vergnügen.

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          Dem französischen Außenministerium ist die deutsche Autobahn sogar einen Reisehinweis wert. „In der Theorie“, schreiben die Diplomaten, sei die Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen nicht begrenzt, in der Praxis sei gleichwohl mit „plötzlich“ auftauchenden Tempolimits zu rechnen, was wiederum „brutale Bremsmanöver“ zur Folge habe: „Dieser ,Akkordeon‘-Fahrstil mag einen französischen Fahrer überraschen, der an eine geregeltere Geschwindigkeit gewöhnt ist.“

          Ralph Bollmann

          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Geregelt, daran müssen sich Außenstehende offenbar erst gewöhnen, ist in Deutschland ohnehin recht wenig – und falls doch, dann bleibt es selbst für Einheimische ein wenig undurchsichtig, an welche dieser Regeln man sich halten muss und an welche nicht. Ob es um das Tempolimit auf Autobahnen geht, um die verpflichtende Ausstellung eines Kassenbons oder um die Zahl der Raucherkneipen, die trotz aller Bekenntnisse zum Nichtraucherschutz wieder wächst: Immer geht es um ein spezifisches Verhältnis von Ordnung und Anarchie, das jeweils sehr landestypisch ist – und das im Einzelnen zu Ergebnissen führt, die gängigen Klischees über angebliche Nationalcharaktere oft krass widersprechen.

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