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200 private Tankstellen : Venezuela will Benzinmarkt etwas liberalisieren

  • Aktualisiert am

Ein Venezolaner arbeitet im Februar dieses Jahr an einer Tankstelle von PDVSA. Bild: dpa

200 Tankstellen dürfen Treibstoff „zum internationalen Preis verkaufen“ sagte Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro. Er verschwieg aber, wer die Lizenzen für die privaten Tankstellen erhält.

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          Angesichts der Krise in Venezuela hat die sozialistische Regierung zum 1. Juni eine Erhöhung der Benzinpreise und ein Ende des Staatsmonopols für Treibstoff beschlossen. „Wir haben entschieden, dass 200 Tankstellen dieses Produkt zum internationalen Preis verkaufen können“, sagte Staatschef Nicolás Maduro am Samstag in einer Rede in Caracas. Diese Tankstellen würden „von privaten Unternehmern geführt“.

          Der internationale Preis für Benzin sei mit 0,50 Dollar (0,45 Euro) festgelegt worden, führte Maduro aus. Bislang war Benzin praktisch kostenlos in dem Land.

          An wen die Lizenzen für die privat geführten Tankstellen gingen, teilte der Präsident nicht mit. Ebenso blieb unklar, ob es beispielsweise ein Bieterverfahren gab.

          Das erdölreichste Land der Welt

          Maduro kündigte zugleich ein Subventionssystem für weiterhin günstigeren Treibstoff an. Für ein Privatauto können demnach monatlich 120 Liter Benzin zum Literpreis von 5000 Bolivar (0,023 Euro) gekauft werden, für Motorräder monatlich 60 Liter. Für den öffentlichen Verkehr soll der Treibstoff zu 100 Prozent subventioniert werden.

          Venezuelas Präsident Nicolas Maduro während einer Fernsehansprache am Mittwoch
          Venezuelas Präsident Nicolas Maduro während einer Fernsehansprache am Mittwoch : Bild: AFP

          Venezuela ist das erdölreichste Land der Welt, trotzdem gibt es in dem südamerikanischen Land derzeit schwere Versorgungsengpässe bei Treibstoff wie auch bei anderen Gebrauchsgütern. Maduros Regierung macht dafür die amerikanischen Sanktionen verantwortlich, ihre Gegner werfen ihr jahrelanges Missmanagement vor. Die Corona-Pandemie hat die Versorgungskrise weiter verschärft.

          Wegen der Krise schickte der ebenfalls mit amerikanischen Sanktionen belegte Iran fünf Öltanker nach Venezuela, der erste traf vor einer Woche in venezolanischen Gewässern ein. Medienberichten zufolge hatten die fünf Tanker insgesamt 1,5 Millionen Barrel Treibstoff geladen.

          Abgesehen von der Versorgungskrise steckt Venezuela in einer tiefen politischen Krise. Maduro und der von den Vereinigten Staaten unterstützte Oppositionsführer und Parlamentspräsident Juan Guaidó kämpfen seit etwa anderthalb Jahren um die Macht.

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