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Uni oder Museum : Wohin fährt der erste und letzte Transrapid?

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Da staunte man nicht schlecht: Der Transrapid in voller Fahrt im niedersächsischen Lathen Bild: AP

Nicht nur Edmund Stoiber war begeistert vom Transrapid, doch realisiert wurde er nie. Jetzt wird der letzte Prototyp versteigert - und die Interessenten könnten unterschiedlicher kaum sein.

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          Wer bekommt den letzten in Deutschland gebauten Transrapid? Der Bieterwettstreit bei der VEBEG, dem Verwertungsunternehmen des Bundes, ist an diesem Dienstag zu Ende gegangen. Wie viele Interessierte sich für den Erwerb des derzeit im emsländischen Lathen stehenden Magnetschwebezuges beworben haben, gibt die VEBEG nicht bekannt. Es bleibt also spannend.

          Der Zug ist ein Prototyp für die ursprünglich zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und Flughafen geplante Verbindung, die wegen zu hoher Kosten nie realisiert wurde. Die Magnetschwebebahn, die nun versteigert wird, besteht aus drei Teilen. Der Zug hat eine Maximalgeschwindigkeit von 500 Stundenkilometern und bietet Sitzplätze für 156 Personen.

          Eines der ersten Modelle des Transrapids bei einer Proberunde im Januar 2003. Bilderstrecke

          Während die Magnetschwebetechnik in Deutschland nie kommerziell genutzt wurde, fährt der Transrapid im chinesischen Shanghai seit 2004 im Regelbetrieb. Vor zehn Jahren waren bei einem Unfall auf der Transrapid-Versuchsstrecke im Emsland 23 Menschen ums Leben gekommen, Grund war menschliches Versagen. Fünf Jahre später wurde der Testbetrieb dort endgültig beendet. Seitdem gibt es unter anderem Streit um die Abriss-Kosten der Versuchsstrecke.

          Ins Museum oder an die Uni?

          Nach Medienberichten gibt es sieben Interessenten. Darunter ist die Technische Hochschule im rheinland-pfälzischen Bingen ebenso wie die Samtgemeinde Lathen, wo bis Ende 2011 der Schwebezug auf der Testanlage erprobt wurde. Die Kommune möchte den Zug gerne für ein geplantes Transrapid-Museum bekommen.

          Die Hochschule will den 75 Meter langen und 170 Tonnen schweren Transrapid erwerben, weil der frühere Leiter der Transrapid-Versuchsanlage in Bingen studiert hatte. Es sollen auch Verwerter Interesse angemeldet haben und Nachkommen des Magnetzug-Erfinders Hermann Kemper. Die letzte Entscheidung darüber, wer den Zuschlag bekommt, trifft Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

          Volkmar Kunert, Prokurist der VEBEG war kurz vor der Versteigerung noch die Ruhe selbst: „Das ist eine von vielen besonderen Aufgaben, die man hier hat“, sagte er der F.A.Z.-Woche. Gezahlt wird per Vorkasse, der Käufer muss sich zudem selbst darum kümmern, den knapp 170 Tonnen schweren und 76 Meter langen Koloss abzutransportieren.

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